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AMRISWIL: «Es reichte nicht bis ganz hinauf»

Claudio Kriech kam erst spät zum Volleyball. Dennoch verkörpert der 26-Jährige den Volleyballverein wie kein Zweiter. Seine Karriere in der NLA-Mannschaft hat er jedoch vor dieser Saison beendet.
Manuel Nagel
Aufmerksam verfolgt Claudio Kriech das Training der Volleyballschüler. (Bild: Manuel Nagel)

Aufmerksam verfolgt Claudio Kriech das Training der Volleyballschüler. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Viele Volleyballfans bezeichnen ihn als Ur-Amriswiler, obwohl er streng genommen nicht mal Thurgauer ist. «Ich bin ursprünglich aus Muolen», sagt Claudio Kriech und erklärt die seltsame Situation. Sein Elternhaus steht eingangs des Dorfes an der Abzweigung nach Rotzenwil und Oberegg. «Alle Kinder auf der nördlichen Strassenseite Richtung Amriswil gehen in Hagenwil zur Schule und später in Amriswil in die Sek», sagt Kriech. Da habe man sich jeweils nicht richtig als Muoler gefühlt.

So waren die Kriech-Jungen immer nach Amriswil ausgerichtet. Die beiden vier und drei Jahre älteren Brüder Simon und Marco schlossen sich dem Volleyballverein an, Claudio war im FC, wo er als Innenverteidiger spielte. Als es irgendwann nicht mehr passte, meinten Simon und Marco, er solle doch ins Volleyball kommen. Sie könnten ihn mit seiner Grösse dort gut brauchen. Und auch der jüngste Bruder, Fabio, landete bei Volley Amriswil.

Der ganz grosse Traum blieb unerfüllt

Claudio wechselte also 2005 im Alter von 14 Jahren zur Sportart, die er bis dann «überhaupt nicht auf dem Radar hatte», wie er sagt, und in der er besser werden wollte als seine Brüder. Rund drei Jahre später hatte er dieses Ziel erreicht, als er bei der NLB-Mannschaft mittun durfte, auch wenn er dort zu Beginn vor allem auf der Bank sass, sich dann aber mit guten Leistungen ins Team hineinspielte.

Der nächste Schritt war die erste Mannschaft, «doch in der NLA habe ich es ja eigentlich nie zu mehr als zum Ersatzspieler geschafft», sagt Kriech zurückblickend. «Talentmässig reichte es einfach nicht bis ganz nach oben», meint er realistisch und ohne Verbitterung, auch wenn ein Stammplatz immer sein grosses Ziel war. Vor allem die letzten beiden Jahre mit zwei Meistertiteln und einem Cupsieg sei das Niveau nochmals gestiegen, so dass er diesen Sommer den Rücktritt aus dem Fanionteam gab.

Er bleibt dem Verein erhalten

Er habe alles für dieses Ziel gegeben, zieht Claudio Kriech Bilanz. Doch der Aufwand mit zehn Trainings pro Woche wurde ihm zu hoch – dafür, dass er am Wochenende dann doch wieder nur auf der Bank sitzen würde.

Dem Verein bleibt Claudio Kriech aber in diversen Funktionen erhalten. Neu spielt er im zweiten Herrenteam mit, ist dort quasi der verlängerte Arm von Trainer Dritan Cuko. Kriech soll mit seiner Erfahrung dem Team Stabilität verleihen und so mithelfen, die Jungen der Swiss Volley Talent School an die erste Mannschaft heranzuführen.

Auch in der NLA-Mannschaft bleibt er trotz Abgangs mit einem Fuss drin und assistiert dort Trainer Ratko Pavlicevic. Sowohl von ihm als auch von Cuko könne er sehr viel lernen. Zusammen mit Cuko ist der angehende Kantisportlehrer Kriech auch Trainer in der Volleyballschule. Es sei sehr spannend, was in den letzten Jahren im Verein alles gegangen sei, findet Kriech und sagt: «Ich würde gerne mitgestalten, um den Verein vorwärts zu bringen.»

Der Damenbereich ist Kriechs Baby

Er sieht seine Zukunft im Trainerbusiness und fing damit bereits vor vier Jahren an, als er «so nebenbei» das Traineramt des ersten Damenteams übernahm. Dieses stand damals ohne Coach da. Zusammen mit Nadine Baumann begann er, den Damenbereich wieder aufzubauen. «Das ist wie ein Baby für mich geworden», sagt Kriech. Vom Verein bekam er freie Hand und konnte so auch gewisse Trainingsmethoden ausprobieren. Er schrieb einen Leitfaden für sämtliche Damenteams, der nun von allen Trainern umgesetzt wird. Zu Beginn dieser Saison gab er das Traineramt bei den Damen 1 ab und betreut nun die Damen 2.

Als wäre das alles nicht genug, so ist er auch noch Technischer Leiter der Beachvolleyballsektion und ist verantwortlich für die Organisation von Lagern. Viel Zeit für anderes bleibt kaum, und auch Kriechs Freundin muss viel Verständnis aufbringen, dass ihr Claudio fast jeden Abend engagiert ist. Der sagt: «Der Verein hat mich so stark gefördert und mir so viel gegeben, dass ich ihm etwas zurückgeben möchte.»

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