Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

AMRISWIL: «Es gibt sie, die gerne arbeiten würden»

Die Stadt begegnet dem zunehmenden Sozialkostendruck mit Innovation. Das neueste Projekt «iSatz» verspricht Einsparungen von durchschnittlich 700 Franken pro Person und Monat. Projektleiter ist Hansjakob Laib.
Ausrangierte Velos wieder fahrtüchtig machen: Projektleiter Hansjakob Laib und Sozialhilfebezüger Daniel Ziehler. (Bild: PD)

Ausrangierte Velos wieder fahrtüchtig machen: Projektleiter Hansjakob Laib und Sozialhilfebezüger Daniel Ziehler. (Bild: PD)

In Amriswil gibt es weit über hundert Arbeitslose, die Sozialhilfe beziehen. Manche sind psychisch oder körperlich krank, manche alkohol- oder drogenabhängig. Doch es gibt auch Arbeitslose, die arbeiten können und gerne würden, aber durch ihr erhöhtes Alter oder die fehlende Ausbildung kaum eine Chance auf eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt haben. Für diese Leute gibt es jetzt das lokale Projekt «iSatz».

«Ob Vorplatz wischen, Scheiben putzen oder Müll entsorgen – es gibt viele Einsatzmöglichkeiten in Amriswil», sagt Stadträtin Daniela Di Nicola (Ressort Soziales). Nebst den genannten älteren oder ungebildeten Personen möchte die Stadträtin aber auch jüngere, grundsätzlich gesunde Leute, die nicht arbeiten wollen, ins Projekt integrieren. Denn sie ist überzeugt: «Wer eine Aufgabe hat, dem geht es auch psychisch besser.»

Der Erste ist bereits im «iSatz»

Kaum hat der Stadtrat eine dreijährige Versuchsphase des Projekts bewilligt, ist es auch schon gestartet. Als Erster hat Daniel Ziehler am Montag seine Arbeit aufgenommen und wird jetzt von Projektleiter Hansjakob Laib eingearbeitet. «iSatz» steht für Einsatz. Den Einsatz, welchen die Sozialen Dienste der Stadt Amriswil für die Klienten leisten. Und den Einsatz, welchen die Sozialhilfe-Empfänger nun im Rahmen des Projekts für die Öffentlichkeit leisten sollen. Daniela Di Nicola ist überzeugt, dass damit das Image der Sozialhilfe-Empfänger in der Öffentlichkeit verbessert werden kann.

Möglichst von Montag bis Freitag

Die Anschaffungskosten für das Projekt bewegen sich im tiefen vierstelligen Franken-Bereich. «Es ist ein vergleichsweise leicht zu realisierendes Projekt. Zumal wir auf die Infrastruktur des Werkhofs zurückgreifen können», sagt Daniela Di Nicola.

Mit Hansjakob Laib stammt auch der Projektleiter aus dem Amriswiler Werkhof-Team. Di Nicola betont aber, dass es sich nicht um ein Werkhof-Projekt handle. Tatsächlich reduziert sich Laibs Arbeitspensum beim Werkhof um 20 Stellenprozente. Dieses Pensum wird auf die Sozialen Dienste übertragen. «iSatz»-Leute, die beim Werkhof eingesetzt werden, heben sich mit gelben Westen von den (orange bekleideten) Werkhof-Angestellten ab. Nebst dem Werkhof kommen auch das APZ, das Schwimmbad, das Strandbad oder weitere stadtnahe Betriebe für den Einsatz von «iSatz»-Leuten in Frage.

«Wer am Montag zur Arbeit erscheint, sollte wenn möglich die ganze Woche beschäftigt sein», sagt Hansjakob Laib, zu dessen Aufgaben als Projektleiter es gehört, die Einsatzpläne zu erstellen. Sein erster «iSatz»-Mann, Daniel Ziehler, ist froh um die Arbeit. «Das Projekt ist eine gute Sache.» Er findet es richtig, dass die Stadt Amriswil selbst ­aktiv geworden ist, um die Fürsorgekosten zu reduzieren und Arbeitslosen eine sinnvolle Aufgabe zu vermitteln. Laut Daniela Di Nicola kommen rund ein Dutzend Klienten der Sozialen Dienste für das Projekt in Frage. «Wir fangen klein an und versuchen, eine Person nach der anderen einzubauen.»

Auch Arbeitseinsätze für Dritte geplant

«iSatz» ist das dritte Amriswiler Sozialprojekt, welches Daniela Di Nicola aufgegleist hat. Bereits am Laufen ist ein Projekt zur Integration von Sozialhilfe-Empfängern in den ersten Arbeitsmarkt sowie ein Gemeinschafts-Wohnprojekt. Gemäss Berechnung der Stadt Amriswil können mit «iSatz» Kosten von durchschnittlich 700 Franken pro Person und Monat eingespart werden, wenn die Klienten der Sozialen Dienste direkt von der Stadt beschäftigt werden statt sich einem Beschäftigungsprogramm eines sozialen Unternehmens anzuschliessen. Beabsichtigt ist, gegen ein kleines Entgelt, mit der Zeit auch Arbeitseinsätze für Dritte zu leisten. «Jemand hat bereits Interesse signalisiert», freut sich Di Nicola. (RH)

Informationen/Angebote

Wer einfache Arbeiten anzubieten hat, ist gebeten, sich unter Telefon 071 414 11 33 oder unter E-Mail isatz@amriswil.ch zu melden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.