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AMRISWIL: Es begann auf einer Tessiner Alp

Guido Leutenegger erzählte im Bohlenständerhaus, wie er als Quereinsteiger einen etwas anderen Blick auf die Landwirtschaft hat und auch unkonventionelle Ideen umsetzt.
Trudi Krieg
Referent Guido Leutenegger zog das Publikum mit seinen Erläuterungen in seinen Bann. (Bild: Trudi Krieg)

Referent Guido Leutenegger zog das Publikum mit seinen Erläuterungen in seinen Bann. (Bild: Trudi Krieg)

Trudi Krieg

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Quereinsteiger haben andere Ideen: «Ein Rindvieh frisst Gras und Heu und lebt an der frischen Luft.» So einfach stellte sich der Politiker und Wirtschaftsmann Guido Leutenegger die Tierhaltung vor, als er begann, sich mit der Landwirtschaft auseinanderzusetzen, und so einfach kann es tatsächlich sein.

Leutenegger pachtete eine Alp im Tessin, welche die ortseigenen Bauern nicht mehr bewirtschaften wollten. Sein erster Mitarbeiter war ein Philosophiestudent. Auf der Alp hält er Schottische Hochlandrinder in Mutterkuhhaltung. Die rotbraunen Tiere mit dem zottigen Fell und den imposanten Hörnern gelten als gutmütig, robust und langlebig. Bald kamen weitere Alpen hinzu, die ohne Beweidung allmählich versteppen würden. Leutenegger nahm Beziehungen zu regionalen Metzgereien auf. Finanzieren lässt er sich das Ganze mit Kuh­aktien. Das heisst, Aktionäre investieren Geld in eine Kuh und erhalten als «Zinsen» Fleisch.

Altbewährtes modern vermarktet

Auch über das Internet vermarktet Leutenegger inzwischen seine Fleischspezialitäten und hält so die Lieferzeiten kurz: «Heutige Konsumenten entscheiden rasch und wollen das Bestellte möglichst sofort haben.» Die Sensibilisierung der Konsumenten sei ihm ein Anliegen, so Leutenegger, der aber nur für sich spreche: «Andere Landwirte müssen selber herausfinden, was für sie richtig ist.»

Umweltbewusste Konsumenten, denen auch das Tierwohl ein Anliegen sei, seien bereit für qualitativ sehr hochwertiges Fleisch aus regionaler Produktion etwas mehr zu bezahlen. Bei einem Rind mache das Filet nur etwa 1,4 Prozent des Fleisches aus. Das wissen viele nicht mehr, und das Siedfleisch lande zuletzt beim Hund. Im Direktverkauf sehe er eine Möglichkeit in Mischpaketen, um das den Konsumenten bewusst zu machen: «Unsere Grossmütter verwendeten noch alles, sotten das Fett zu Grieben aus und die Knochen zu Bouillon.» Das war auch eine finanzielle Frage. Die gebe es heute nicht mehr, da in der Schweiz nur noch etwa zwölf Prozent des Einkommens für das Wichtigste, das Essen, verwendet werden. Es gelte, die Konsumenten über die Lust am guten Essen zu Vernunft und Würde zu bringen.

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