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AMRISWIL: Erinnerungen an alte Zeiten

Im Alters- und Pflegezentrum flimmerte der Schweizer Film «HD-Soldat Läppli» über die Leinwand. Der Streifen mit Alfred Rasser in der Hauptrolle stiess auf grosses Interesse.
Das Publikum schaut sich den Film «HD-Soldat Läppli» im Saal des Alters- und Pflegezentrums an. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Das Publikum schaut sich den Film «HD-Soldat Läppli» im Saal des Alters- und Pflegezentrums an. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Generalmobilmachung Herbst 1939 – die ganze Armee wird aufgeboten: Der tollpatschige und naive Kolonialwarenhändler Theophil Läppli (gespielt von Alfred Rasser) wird irrtümlicherweise wegen antimilitärischer Äusserungen verhaftet. Läppli verpasst dadurch die Generalmobilmachung. Mangels an Beweisen wird er entlassen und rückt dann viel zu spät in die Kaserne ein, ausgerüstet mit Militärrucksack, Bettdecke und Gewehr. Der geschwätzige Füsilier Läppli wird zum Psychiater (von ihm «Büsiater» genannt) abkommandiert – und landet beim Hilfsdienst.

Zu einem unterhaltsamen Filmnachmittag lud das Alters- und Pflegezentrum Amriswil am vergangenen Mittwoch ein. Gezeigt wurde der Schweizer Kultfilm «HD-Soldat Läppli». Der Streifen stiess auf grosses Interesse, schwelgten doch rund 70 Personen in Erinnerungen.

«An Alfred Rasser kann ich mich noch gut erinnern. Ich war in der Rekrutenschule in Thun und habe ihn live auf der Theaterbühne im Volksstück ‹HD-Soldat Läppli› erlebt. Das war 1954», erzählte Heimbewohner Toni Löhrer. Den Film habe er schon sechsmal gesehen. In Erinnerung geblieben ist dem 82-Jährigen, der in Donzhausen aufgewachsen ist, auch der 1. April 1944. Es war ein schwarzer Tag. «Damals bombardierten amerikanische Flugzeuge irrtümlicher- weise Schaffhausen und Stein am Rhein. Die Sirenen heulten, und während des Unterrichts mussten wir in den Schulhauskeller, um uns dort in Sicherheit zu bringen.» Angst habe er nicht gehabt, nur ein beklemmendes Gefühl. Trotz vieler Entbehrungen seien es schöne Zeiten gewesen. Früher sei der Zusammenhalt besser gewesen. «Man hat häufiger miteinander kommuniziert. Kontakte wurden in Vereinen gepflegt, von denen es einst mehr gab.»

Elena Hungerbühler hat an diesem Nachmittag diesen Läppli-Film zum ersten Mal gesehen. «Er war super, es hat mir aus- gezeichnet gefallen», sagte die 86-jährige Heimbewohnerin und ergänzte, dass sie die Filmnachmittage ab und zu besuche.

Filmnachmittage haben bereits Tradition

Der patriotische Soldat brachte das Publikum immer wieder zum Lachen. «Wenn man denkt, wenn man denkt, wie diese Zeiten vergehen», sinnierte Läppli im Film kurz vor Ende. Und wohl so mancher Zuschauer konnte dem insgeheim nur zustimmen.

Die Filmnachmittage im APZ sind öffentlich. Organisiert werden sie seit sechs Jahren von Brigitta und Theo Grob. «Jedes Jahr gibt es sechs Vorführungen. Heuer sind es sogar sieben, denn wir dürfen zusätzlich den Film über Alt-Amriswil vom ehemaligen Amriswiler Zahnarzt Ruedi Hess zeigen», erklärt Theo Grob. Das Ehepaar leistet nebst dem Organisieren der Filmnachmit- tage noch weitere Freiwilligenarbeit im APZ, so auch Einzelpersonenbetreuung und Sitznachtwache. «Die Arbeit hier im Heim bereitet uns viel Freude. Strahlende Gesichter sind der Lohn für unsere ehrenamtlichen Tätigkeiten», führt Theo Grob aus.

«Der Film ‹HD-Soldat Läppli› ist bei den Leuten äusserst beliebt, weshalb wir mit diesem Klassiker ins neue Filmjahr gestartet sind», erklärt Heimleiter Dominique Nobel. In der letzten APZ-Hauszeitung wurde eine Umfrage über die beliebtesten Filme gemacht: «HD-Soldat Läppli» stand an erster Stelle.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

amriswil@thurgauerzeitung.ch

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