AMRISWIL: «Er soll auch hier im Wald gewesen sein»

Die örtliche CSS-Agentur blieb nach der Motorsägenattacke in Schaffhausen zu. Trotz eines beängstigenden Gerüchts hatte Kundenberater Onofrio Giuffrè keine Angst.

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Die Trennwand aus Glas zwischen Büro und Empfang vermittelt Onofrio Giuffrè ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit. (Bild: Manuel Nagel)

Die Trennwand aus Glas zwischen Büro und Empfang vermittelt Onofrio Giuffrè ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit. (Bild: Manuel Nagel)

Angst hat Onofrio Giuffrè nicht. Aber er sei schon etwas sensibilisierter, gibt der Kundenberater der CSS-Versicherung zu. Nach dem Angriff am Montagvormittag in Schaffhausen reagierte die Versicherung umgehend. Die Agentur in Amriswil blieb am Nachmittag geschlossen.

Eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag

Auch am Folgetag blieben die Türen an der Kirchstrasse 16 zu. Onofrio Giuffrè arbeitete von Frauenfeld aus, wo mehrere Mitarbeiter aus umliegenden Agenturen zusammengezogen wurden, und wo auch ein Wachmann für Sicherheit sorgte. «Natürlich haben wir das Ganze auch hin und wieder im Internet verfolgt, ob es Neuigkeiten gibt, ob sie ihn endlich geschnappt haben», sagt Giuffrè. Es sei auch gut gewesen, dass man zusammengewesen sei und über die Ereignisse sprechen konnte, aber sonst sei es ein ganz normaler Arbeitstag gewesen.

Die betroffenen Kollegen aus Schaffhausen kennt Giuffrè nicht näher, «aber ich weiss, wer es ist. Man begegnet sich halt hin und wieder an Schulungen», sagt er.

Am Dienstagabend kam dann die Entwarnung: Franz Wrousis ist gefasst. «Natürlich war ich erleichtert», sagt Giuffrè. Denn er habe von Passanten gehört, dass dieser Wrousis anscheinend auch in den Wäldern um Amriswil herum gesehen worden sei und man dies auch der Polizei gemeldet habe. Ob das wirklich stimme, wisse er aber nicht.

Familiärer als in der Grossstadt

Seit Mittwoch herrscht nun wieder Normalbetrieb auf der Agentur in Amriswil, wo eine Glaswand das Büro vom Empfang trennt. Man sieht also, wer einem gegenübersteht. Das sei angenehm, findet Giuffrè, relativiert aber und sagt: «Hier in Amriswil hatten wir noch nie Probleme. Man kennt die Leute. Wir sind auf dem Land und es ist eher familiär und nicht so anonym wie in einer Grossstadt wie Zürich.»

 

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch