AMRISWIL: Einst waren es mehr als 50 Gasthäuser

Die in Amriswil lebenden Menschen im Alter von 85 Jahren und mehr wurden von der Stadt zu einem gemütlichen Nachmittag eingeladen. Mehr als ein Drittel sagte zu und erlebte unterhaltsame und informative Stunden.

Rita Kohn
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Die Gäste bekamen zum Zvieriplättli musikalische Unterhaltung geboten. (Bild: Rita Kohn)

Die Gäste bekamen zum Zvieriplättli musikalische Unterhaltung geboten. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Es ist die logische Fortsetzung von Jungbürgerfeier, Neuzuzügerapéro und Jungseniorenfeier: Die Einladung an die Bewohner im Alter von mindestens 85 Jahren soll einen festen Platz im Kalender der Stadt Amriswil haben.

Das Echo auf die Einladung zeigt, dass die Geste der Stadt geschätzt wird. Rund 385 Menschen, die mindestens 85 Jahre alt sind, leben derzeit in Amriswil. Gut 100 von ihnen haben sich am Mittwochnachmittag in der katholischen Unterkirche zusammengefunden, um sich bei einem Zvieriplättli, Kaffee und Kuchen kennenzulernen und die Gemeinschaft zu pflegen.

Stadtpräsident Martin Salvisberg reiste in seiner Ansprache mit den Gästen zurück in die Vergangenheit, genauer ins Jahr 1968. Er sprach von der damaligen Verkehrsplanung, von der Einzelhandelsindustrie, die noch zwei Warenhäuser und über 20 Bekleidungs und Mode- und Schmuckgeschäfte umfasste, 22 Betriebe für Ausstattung und Einrichtung, 48 Geschäfte für Lebens- und Genussmittel und schliesslich auch über 50 Restaurants. Parkplätze in nächster Nähe zu den jeweiligen Geschäften fand die Kommission damals nicht ausschlaggebend.

Schon 1968 zeichnete sich aber ab, dass ein «Lädeli-Sterben» einsetzen wird. Die düsteren Prognosen sollten recht behalten. Die betagten Gäste reagierten mit Erstaunen auf die Zahlen und schwelgten in Erinnerungen.

Karl Svec, Erwin Tanner und Thomas Haubrich bereicherten die Feier mit verschiedenen musikalischen Einlagen. Und einer der Gäste trug ein Gedicht vor, was von den anderen mit viel Applaus gewürdigt wurde.