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AMRISWIL: Eine Atempause für Angehörige

Die familiäre Tagesstätte für Menschen mit Demenz feiert Geburtstag. Aus der Idee des Gründerpaars Vreni und Richard Stäheli ist eine Institution mit zwei Sitzen geworden.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Regierungsrat Jakob Stark referierte zu den Gesundheits- und Sozialkosten. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Regierungsrat Jakob Stark referierte zu den Gesundheits- und Sozialkosten. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Gestartet wurde genau vor zehn Jahren in Amriswil mit der familiären Oase-Tagesstätte für Menschen mit Demenz. In der Oase bieten qualifizierte Mitarbeitende demenzkranken Menschen eine Tagesbetreuung und entlasten dadurch pflegende Angehö­rige. Inzwischen gibt es auch in Romanshorn eine Oase.

Am Jubiläumstag durfte das Gründerehepaar Vreni und Richard Stäheli zahlreiche Gäste begrüssen. Am Samstagvormittag bekamen alle Interessierten die Gelegenheit, die rollstuhlgängigen Oase-Räumlichkeiten an der Florastrasse 1 zu besichtigen. In einer Fotopräsentation wurden Eindrücke der zehnjährigen Tätigkeit vermittelt.

Wichtige Institution, die man nicht missen mag

Für den musikalischen Auftakt zur Jubiläumsfeier, die am Nachmittag im Kulturforum stattfand, sorgten Oliver und Elias Wendel aus Weinfelden (Klavier und Cello). In der anschliessenden Talkrunde unterhielt sich Richard Stäheli mit Daniel Wittwer, Präsident der Alzheimervereinigung Thurgau, sowie zwei Behördenvertretern zum Thema Demenz. Erwin Tanner, Stadtrat Amriswil, und Käthi Zürcher, Stadträtin Romanshorn, waren sich einig, dass die Oase-Tagesstätten wichtige Institutionen seien, die sie nicht mehr missen möchten.

Vreni Stäheli berichtete über ihre eigene Lebensgeschichte und die Erfahrungen der Angehörigen von Demenzerkrankten. Weltweit seien über 50 000 Wissenschafter daran, die Demenzerkrankung zu erforschen, sagte sie. «Die Krankheit ist nicht heilbar, aber behandelbar», führte die Oase-Gründerin aus. Zu den stetig steigenden ­Gesundheits- und Sozialkosten machte sich Regierungsrat Jakob Stark Gedanken. Die ambulante Pflege und Betreuung sei volkswirtschaftlich sinnvoll. Denn diese sei gesamthaft kostengünstiger im Vergleich zu einer stationären Einrichtung, auch wenn die Gemeinden dadurch finanziell belastet werden.

Im Kanton Thurgau seien rund 4100 Menschen an Demenz erkrankt (Stand 2016). Bis im Jahre 2030 werde sich die Zahl verdoppelt haben. «Bei Menschen mit Demenz ist der Betreuungsbedarf besonders gross. Ein Grossteil der Finanzierung liegt bei den Betroffenen und Angehörigen selber», erklärte der Regierungsrat. Die Herausforderungen werden auch in Zukunft nicht alleine durch professionelles Gesundheitspersonal zu bewältigen sein. Freiwillige können einen wertvollen Beitrag leisten. Die jungen Alten, ab 65 Jahren, seien als gesellschaftliche Ressource wahrzunehmen und durch freiwillige Möglichkeiten für ehrenamtliche Engagements, beispielsweise im sozialen Bereich, zu gewinnen.

Im Namen der Stadt Amriswil bedankte sich Stadtpräsident Martin Salvisberg beim Gründerehepaar Stäheli sowie Geschäftsführer Johannes Schnyder und den Mitarbeitenden.

Abschliessend durften die insgesamt 15 Oase-Mitarbeitenden einen langanhaltenden Applaus geniessen. Im vergangenen Jahr wurden in der Oase rund 6700 Stunden geleistet, davon über 4000 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

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