AMRISWIL: Ein heisses Eisen

Am Donnerstag stellt Stadträtin Daniela Di Nicola im «Pentorama» das neue Parkierungsreglement vor. Für die Politikerin ist es die erste wichtige Bewährungsprobe in ihrer Amtszeit. Sie rechnet auch mit Widerstand.

Manuel Nagel
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Neu soll es in Amriswil sechs Parkierzonen mit Parkbewilligungen nur für Anwohner geben. In der Kernzone (rosa) im Zentrum gilt die blaue Zone, wie sie jetzt schon gehandhabt wird. (Bild: PD)

Neu soll es in Amriswil sechs Parkierzonen mit Parkbewilligungen nur für Anwohner geben. In der Kernzone (rosa) im Zentrum gilt die blaue Zone, wie sie jetzt schon gehandhabt wird. (Bild: PD)

«Nicht alle werden Freude am neuen Parkierungsreglement haben», ist sich Daniela Di Nicola bewusst. Die Stadträtin machte sich nach ihrer Wahl in die Amriswiler Exekutive gleich an ein ganz heisses Eisen – und dieses soll nun im Laufe des kommenden Jahres geschmiedet werden.

Die Stadt möchte das neue Parkierungsreglement der Bevölkerung zur Abstimmung vorlegen. Deshalb orientiert Stadträtin Di Nicola die Bevölkerung diesen Donnerstag im «Pentorama». Bis Weihnachten dauert dann die Vernehmlassung.

Notfalldienste kommen nicht mehr durch

Das alte Reglement stammt von 2007. Seither sei Amriswil um 1500 Personen gewachsen. Das bedeute mehr Wohnungen und somit auch mehr Autos, sagt Daniela Di Nicola und erklärt: «Viele wollen nichts bezahlen für einen Parkplatz oder einen Garagenplatz und stellen deshalb ihr Auto auf die Strasse, auf öffentlichen Grund.» Gleichzeitig sei aber im Baureglement klar verankert, dass eine Liegenschaft Parkplätze bauen müsse. «Das kann nicht sein, dass die dann leerstehen», findet Di Nicola. Zudem hätten auch die öffentlichen Dienste wie Kehrichtabfuhr, Grünabfuhr, der Winterdienst oder auch Notfalldienste Mühe, ihre Arbeit noch zu erledigen.

Ein weiteres Phänomen seien Pendler von ausserhalb, welche ihre Autos nicht auf dem Parkplatz beim Bahnhof hinstellten, sondern irgendwo rund um den Bahnhof, um so ein paar Franken zu sparen. «Wir bekommen deshalb immer wieder Beschwerden von Anwohnern aus diesen Quartieren, wir sollen etwas machen», sagt Di Nicola.

«Wir wollen keine fremden Autos in den Quartieren»

Die Stadt will deshalb eine Anwohnerparkkarte einführen. «Nur wer auch in der entsprechenden Zone wohnt, bekommt eine solche Karte. Wir wollen so die belasteten Quartiere von fremden Autos befreien», sagt Di Nicola. Zudem werde auch eine Laternengebühr eingeführt. Wer in der Nacht sein Auto auf öffentlichem Grund abstellen möchte, muss ebenfalls eine Gebühr bezahlen. So wolle man mehr Automobilisten dazu bringen, einen eigenen Parkplatz zu mieten, gibt die Stadträtin zu und sagt: «Wenn man die Situation nicht in den Griff bekommt, bleiben eigentlich nur noch Parkverbote. Das will der Stadtrat jedoch explizit nicht.»

Erfahrungen in Kreuzlingen, Arbon, Romanshorn und anderen Gemeinden hätten gezeigt, dass diese Massnahmen gegriffen und Erfolg gebracht haben.

Informationsveranstaltung Donnerstag, 1. Dezember, 20.00, «Pentorama» Informationen im Internet www.amriswil.ch/blauezone