AMRISWIL: «Ein extrem wichtiger Schritt»

Sandra Reinhart übernimmt für zwei Jahre das Präsidium der Interpartei. Für die Freie Gruppe ist es die definitive Anerkennung durch die etablierten politischen Parteien.

Rita Kohn
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Interparteipräsidentin Sandra Reinhart mit den beiden Pferden vom Weiherhof. (Bild: Rita Kohn)

Interparteipräsidentin Sandra Reinhart mit den beiden Pferden vom Weiherhof. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Jahrelang lag die Freie Gruppe mit den etablierten politischen Parteien in einem Clinch: Weil sich die Freie Gruppe nicht als Partei konstituieren mochte, war ihr der Zugang zur Interpartei verwehrt. Doch die Mitglieder der Freien Gruppe glaubten an ihren Weg. Sie wollten sich in ihre Struktur nicht hineinreden lassen, waren aber bereit, politische Verantwortung zu tragen. Und das nicht nur, indem sie einen Stadtrat stellen.

Vor zwei Jahren löste sich das Problem in Luft auf. «Wir wurden wie selbstverständlich zur Interpartei-Sitzung eingeladen», erinnert sich Sandra Reinhart. Sie ist froh, dass sich die Diskussion um ihre Struktur damit erübrigt hat. Denn die Freie Gruppe habe immer bewiesen, dass sie bereit sei, auf allen Ebenen mitzuwirken, sagt sie. «Wir haben es immer geschafft, Leute in alle Chargen zu delegieren.» Ob nun Urnenoffizianten, Suppleanten oder andere Funktionen, überall leistete die Freie Gruppe ihren Anteil. «Da war es für uns ein extrem wichtiger Schritt, dass wir auch regulär Mitglied der Interpartei werden konnten.»

Von der Situation etwas überrascht

Als es darum ging, den SVP-Präsidenten Felix Würth in seinem Amt abzulösen, stand plötzlich im Raum, dass die Freie Gruppe den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin stellen könnte. «Ich war von der Situation etwas überrascht», gesteht Sandra Reinhart. Denn sie habe nicht damit gerechnet, so schnell zum Zuge zu kommen. Deshalb habe sie sich die Sache auch nicht lange überlegen müssen, obwohl sie einen weiteren Zeitaufwand nicht gerade gesucht hat.

Die neue Interpartei-Präsidentin ist nicht nur beruflich stark gefordert, sie hat auch sonst einiges um die Ohren. «Der Zeitaufwand für das Präsidium ist zwar überschaubar, aber nicht zu unterschätzen», sagt sie. Gerade jetzt, in ihrer Amtszeit, wird die Interpartei gefordert sein. Denn mit dem Rücktritt des Schulpräsidenten Markus Mendelin gilt es, ein wichtiges Amt neu zu besetzen. Dass sich die Amriswiler Parteien hier zusammentun, um nach einem geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten, begrüsst die Interpartei-Präsidentin. «Es ist eine gute politische Kultur, die hier gepflegt wird», sagt sie. Innerhalb der Interpartei könne zwar intensiv diskutiert werden, doch bleibe es immer auf einer konstruktiven Ebene. «Die Interpartei ist dort wichtig, wo es um Entscheide oder Situationen geht, die nicht parteiabhängig sind.» Die Wahl des Schulpräsidenten sei eben eine solche Situation, gehe es hier doch darum, den bestmöglichen Kandidaten für das Amt zu finden.

Noch ist nicht definiert, welchen Weg die Interpartei bei der Suche gehen wird. Sandra Reinhart geht davon aus, dass es auf ein Assessment-Verfahren hinauslaufen dürfte, das auch vor der Wahl von Markus Mendelin angewandt worden war.

«Ich fühle mich in diesem Gremium voll akzeptiert»

Noch ist Sandra Reinhart neu im Amt. Doch hat sie seit der Amtsübernahme einige gute Rückmeldungen gehabt. «Ich fühle mich in diesem Gremium voll akzeptiert», sagt die Amriswilerin mit einem Lächeln. Die zwei Jahre, die nun vor ihr liegen, will die neue Interpartei-Präsidentin gut nutzen. Dabei weiss sie ihre Familie im Rücken, die den an sich spontanen Entscheid der Ehefrau und Mutter, das Amt zu übernehmen, voll mitträgt.