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AMRISWIL: Die Fussballer gehen fremd

«Dra glaube!» steht gross auf dem Transparent in der Weinfelder Güttingersreuti. Die eingefleischten Hockey-Thurgau-Fans haben sich für das Cupspiel am Mittwochabend gegen den HC Lugano eine schöne Choreographie einfallen lassen und glauben daran, dem haushohen Favoriten ein Bein stellen zu können.
Manuel Nagel
Sieben Tore sehen die FCA-Gönner an dem Abend. (Bild: Manuel Nagel)

Sieben Tore sehen die FCA-Gönner an dem Abend. (Bild: Manuel Nagel)

AMRISWIL. «Dra glaube!» steht gross auf dem Transparent in der Weinfelder Güttingersreuti. Die eingefleischten Hockey-Thurgau-Fans haben sich für das Cupspiel am Mittwochabend gegen den HC Lugano eine schöne Choreographie einfallen lassen und glauben daran, dem haushohen Favoriten ein Bein stellen zu können.

Unter den 1510 Zuschauern sind doch einige Luganesi. Noch grösser ist jedoch das Grüppchen hinter dem einen Tor, welches diesen Abend das grüne Gras mit dem glatten Eis eingetauscht hat. Beinahe 50 Gönner und Freunde des FC Amriswil sind der Einladung der Donatorenvereinigung gefolgt, um für einmal den Grünweiss-Gelben statt den Rotweissen die Daumen zu drücken.

«Wir wollten schon immer mal ein Eishockeyspiel besuchen», klärt Karl Spiess, Präsident der FCA-Gönnervereinigung, auf. «Und weil Markus Stahel bei uns im Vorstand ist und sein Bruder Hansjörg Präsident von Hockey Thurgau, hat das grad gepasst.»

Ein gemeinsames Fondue vor dem Spiel hätte die Amriswiler in Stimmung bringen sollen. Doch statt Kirsch sei da Most drin gewesen, zeigen sich viele enttäuscht – und kaufen, bevor das Spiel anfängt, noch eine Wurst.

«Thurgau hat wohl nur eine Chance, wenn die andern das Spiel nicht ernst nehmen», sagt Hanspeter Bolliger. Der Amriswiler schaut sich öfter ein Eishockeyspiel im Fernsehen an und kennt sich aus. Stadträtin Daniela Di Nicola gibt ohne Umschweife zu, dass sie das erste Mal an einem Spiel sei und deshalb auch die Regeln nicht kennt. «Wieso hat der Schiri jetzt da bei diesem Pass gepfiffen?» «Das war ein Zwei-Linien-Pass», klärt Karl Spiess auf und zeigt, dass von seinen Auftritten bei «Amriswil On Ice» durchaus die eine oder andere Regel haften geblieben ist.

Zu Beginn des zweiten Drittels fällt das 0:2 für Lugano. «Häsch scho eis verpasst», sagt Bolliger zu Kollege Manfred Buff, der etwas zu spät aus der Pause auf seinen Platz zurückkehrt. Ein paar Minuten danach zischt plötzlich ein Schuss oberhalb der Bande ins Netz. Gaby Menegola erschrickt dermassen, dass sie Nebenmann Spiess den Bierbecher in ihrer Hand auf den Veston schüttet. Das sei schon der dritte «Tschopen» in dieser Woche, den man ihm versaut, sagt Karl Spiess mit einem Lachen.

Nichts zu lachen haben die Thurgauer Eishockeyaner an diesem Abend. Gleich mit 0:7 gehen sie unter und mussten gegen Lugano wortwörtlich «dra glaube».

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