AMRISWIL: Die Fliegerinnen zum Abstürzen gebracht

Gegen den FC Kloten holen die Damen des FCA ihre ersten Punkte in der NLB. Mit dem 5:1-Sieg reichen sie die rote Laterne an ihren Gegner aus der Flughafenstadt weiter.

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In der 95. Minute erzielt Gülsah Demircan (Nummer 8) kaltblütig das 5:1 für die FCA-Damen. (Bild: Manuel Nagel)

In der 95. Minute erzielt Gülsah Demircan (Nummer 8) kaltblütig das 5:1 für die FCA-Damen. (Bild: Manuel Nagel)

Zum Ende wurde es noch etwas ruppig, obwohl das Spiel bereits entschieden war. 4:1 stand es fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, als ein Angriff des FC Kloten auf das Amriswiler Tor, aber halt an diesem vorbeirollte. Torhüterin Fabienne Oertle rannte dem Ball nach, obwohl ein weiterer Ball hinter dem Tor lag.

Das brachte die Gästespielerinnen in Rage. «Do im Thurgau händ’s es nöd so mit em Fairplay», stänkerte sie – als ob ihr Team in den verbliebenen paar Minuten noch drei Tore erzielen hätte können. Aber es war halt ein Duell um den Abstieg. Von zwölf Teams müssen Ende Saison vier absteigen, und sowohl für die Aufsteigerinnen aus Amriswil wie auch für die Spielerinnen aus der Flughafenstadt dürfte es nicht einfach werden, die Klasse zu halten.

Nach drei Runden standen die Amriswilerinnen noch ohne Punkte da, doch am Samstag war die Gelegenheit günstig, den ersten Sieg einzufahren. Und wie das die Mädels von Trainer Andreas Schmid taten! Gleich mit einer 5:1-Packung schickten sie die Klotenerinnen zurück und übergaben diesen die rote Laterne.

Wer im Glashaus sitzt...

Apropos rot: Rot sah eine Zürcherin im doppelten Sinne. In der 89. Minute liess sie sich zu einem Frustfoul hinreissen und musste mit der Ampelkarte ein paar Minuten vor ihren Teamkameradinnen duschen gehen. Auch in Kloten haben sie es offensichtlich nicht immer so mit dem Fairplay.

Doch das interessierte beim Schlusspfiff niemanden mehr. Die Amriswilerinnen feierten ihren ersten Sieg in der zweithöchsten Liga, und auch die 110 Zuschauer auf dem Tellenfeld waren zufrieden mit der Leistung ihrer Fussballerinnen.

Doch der Star des Abends war nicht Doppeltorschützin Anja Thürig, die das 1:1 und das 2:1 erzielte, auch nicht die für die Ostschweizer Fussballerin des Jahres nominierte Laura Geering, die das 3:1 schoss sondern ihr kleiner Hund, der nach Spielende zu seinem Frauchen auf den Rasen lief.

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch