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AMRISWIL: Der Zähler weiss alles

Die Angst vor Überwachung geht unter den Hausbesitzern um. Mit dem Einbau neuer Technik könnten viele persönliche Daten abgerufen werden. Die Regio Energie Amriswil winkt ab.
Rita Kohn
Ernst Stäheli, Leiter Netz und Technik bei der REA, präsentiert den neuen Stromzähler. (Bild: Reto Martin)

Ernst Stäheli, Leiter Netz und Technik bei der REA, präsentiert den neuen Stromzähler. (Bild: Reto Martin)

AMRISWIL. Registriert der Stromzähler, wenn der Kunde den Kühlschrank öffnet? Meldet der Zähler, ob die Kundin ihre Heizdecke die ganze Nacht eingeschaltet lässt? Das Unbehagen einiger Amriswilerinnen und Amriswiler ist gross, wenn es um die neue Generation der Stromzähler geht. Diese melden nämlich, für den Kunden unsichtbar, Daten an die Regio Energie Amriswil (REA). Für die REA-Verantwortlichen ist die Angst vor Überwachung nur zum Teil nachvollziehbar. «Es werden keine solch detaillierten Daten gemeldet», sagt der Leiter Netz und Technik, Ernst Stäheli. Wohl könne man aufgrund der Daten feststellen, wann der Stromverbrauch ansteige, aber nicht, wodurch.

Die neuen Smart Meter – so die Fachbezeichnung der Stromzähler – haben zwar viele Möglichkeiten, doch beteuert die REA, dass nur ein kleiner Teil davon genutzt würde. «Wir sind einzig an den Daten zum Stromverbrauch interessiert», sagt Ernst Stäheli. «Der Kunde ist Eigentümer seiner Daten.» Natürlich könne man aufgrund des Stromverbrauchs gewisse Rückschlüsse auf die Lebensweise des Kunden ziehen, doch gewinne das erst in Zukunft an Bedeutung, und auch das vor allem für den Kunden selber.

Die REA geht davon aus, dass aufgrund der sich verändernden Situation auf dem Strommarkt irgendwann Verbrauchsspitzen durch eine entsprechende finanzielle Regelung abgeflacht werden. «Dann ist es für den Kunden wichtig zu wissen, wie sein Verbraucherprofil aussieht, weil er nur so in der Lage ist, den teuersten Zeiten möglichst auszuweichen.»

Verhalten der Kunden hat sich stark verändert

Grund für mögliche neue Verrechnungsmodelle ist das sich verändernde Verhalten der Stromkundschaft. «Früher war die Spitze des Stromverbrauchs über Mittag», stellt REA-Leiter Karl Spiess fest. Heute habe sich diese Spitze in den frühen Abend verlagert, wenn die Pendler nach Hause kommen. Sie würden dann die elektronischen Geräte im Haus einschalten, eine Waschmaschine starten und eventuell noch etwas kochen. «Zu den Verbrauchsspitzen wird der Strom in absehbarer Zeit mehr kosten», ist Karl Spiess überzeugt. Spätestens dann bekäme die genaue Auswertung der Daten eine andere Bedeutung. Aber auch dann, wenn es um individuelle Einstellungen geht. So etwa, wenn gegen finanzielle Abgeltung beispielsweise die Mittagssperre aufgehoben wird.

Wer den Beteuerungen nicht traut, dass nur der Zählerstand erhoben wird, hat dennoch keine Möglichkeit, sich gegen den neuen Zähler zu wehren, wenn der Einbau für die betroffene Liegenschaft vorgesehen ist. Grundsätzlich gehe es darum, das Ablesen der Zähler effizienter zu machen. Denn an vielen Orten geht heute noch ein Mitarbeiter der REA vorbei, um den Stromzähler abzulesen. «Das kann beim Smart Meter elektronisch geschehen», sagt Stäheli.

REA-Leiter Karl Spiess verweist auf die Papiere des Bundesamtes für Energie BFE, in denen die Frage nach Datensicherheit und Datenschutz behandelt wird. Der Bund ist sich des heiklen Themas durchaus bewusst. Bereits im Juni 2014 verfasste er einen Bericht zu diesem Thema. Darin betont er, dass der Schutz von personenbezogenen Daten gewährleistet sein müsse.

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