AMRISWIL: Der Sieger hatte kein gutes Gefühl

Soziale Dienste statt Feuerwehrdepot: Die Stadt stellt die Projekte für den Ersatz des in die Jahre gekommenen Anbaus ans Stadthaus vor. Gewonnen hat die Anlehnung ans Ursprüngliche.

Rita Kohn
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Der siegreiche Architekt Rolf Schulthess bei der kurzen Ansprache während der Projektvorstellung. (Bild: Rita Kohn)

Der siegreiche Architekt Rolf Schulthess bei der kurzen Ansprache während der Projektvorstellung. (Bild: Rita Kohn)

Rita Kohn

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@thurgauerzeitung.ch

Er glaubte nicht an sein Projekt. Der Sieger des Architektenwettbewerbs um den Neubau beim Stadthaus Amriswil zweifelte, als er «Taurus» einreichte. «Ich bin jetzt noch ganz überwältigt davon, dass das Projekt gewonnen hat», sagt Rolf Schulthess bei der Präsentation der eingereichten Vorschläge. Gestern Abend lüftete die Stadt das Geheimnis um den Bau, in dem einst die sozialen Dienste einquartiert werden, und in den auch die Bauverwaltung ziehen soll.

Man habe die Wahl gehabt zwischen dem Gegensatz von Alt und Neu oder der Anlehnung des Neuen ans Alte, sagt Stadtpräsident Martin Salvisberg. Von den fünf eingereichten Projekten hat nur eines auf die Anlehnung gesetzt und die architektonische Sprache des Stadthauses aufgenommen. Das Optische gab aber nicht den Ausschlag für den Entscheid der Jury.

Die Zweckmässigkeit habe ebenso überzeugt, sagt Architekt und Jurymitglied Sascha Koller. «Der Verwaltungstrakt ist gut gegliedert, die beiden Verwaltungsbereiche sind klar voneinander getrennt», sagt er. Der Bau passe sich gut in die Hierarchie der ­Gebäude und liege genau im Gelenkpunkt der beiden Verwaltungstrakte. Auch sei er keineswegs eine Anbiederung an das Bestehende, sondern eine zeitgemässe Weiterentwicklung.

Der Neubau darf nicht zu viel kosten

Martin Salvisberg macht klar, dass es eine ehrgeizige Vorgabe war, die die Architekten erfüllen mussten. Denn der Neubau darf nicht zu viel kosten. Gemäss Finanzplan sind rund 3,5 Millionen Franken für den Ersatz des alten Feuerwehrdepots durch einen neuen Verwaltungstrakt vorgesehen. Abstimmen können die Amriswilerinnen und Amriswiler vor­aussichtlich Ende September.

Geplant wird der Neubau unter anderem, um die Rückkehr der sozialen Dienste ins Stadthaus zu ermöglichen. Diese sind derzeit extern untergebracht (an der Kirchstrasse), wofür eine hohe Miete anfällt. Ausserdem braucht die Bauverwaltung mehr Platz. In den vorderen Teil des alten Feuerwehrdepots, der unter Denkmalschutz steht, kommen die Rettungsdienste.