AMRISWIL: Der Neue kommt aus Solothurn

Die Interpartei hat entschieden. Für die Nachfolge von Schulpräsident Markus Mendelin soll es keine Kampfwahl geben. Als einzigen Kandidaten schlägt sie Christoph Kohler aus Egerkingen vor.

Manuel Nagel
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Der designierte neue Präsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri, Christoph Kohler. (Bild: PD)

Der designierte neue Präsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri, Christoph Kohler. (Bild: PD)

Manuel Nagel

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@thurgauerzeitung.ch

Nun ist das Geheimnis gelüftet: Christoph Kohler wird am 12. Februar einziger offizieller Kandidat sein, den die Amriswiler Parteien unterstützen werden, um die Nachfolge von Schulpräsident Markus Mendelin anzutreten.

Mit den Vorbereitungen dazu begonnen habe man schon im August, sagt Sandra Reinhart von der Freien Gruppe, die zurzeit die Interpartei präsidiert. Sämtliche Amriswiler Parteien waren der Ansicht, dass die Findung eines guten Präsidiums erste Priorität habe und man auf einen Parteienkampf verzichten wolle.

So beauftragte die Interpartei in Absprache mit der Schule die renommierte Rekrutierungsfirma Mercuri Urval mit der Suche nach einem neuen Präsidenten für die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri. Die Firma lotste bereits vor zwölf Jahren den im Sommer abtretenden Markus Mendelin nach Amriswil.

Nicht alle wollten nach Amriswil ziehen

Einig waren sich die Amriswiler Parteien auch, dass allfällige Kandidaten aus den eigenen Reihen ebenfalls das ganze Auswahlverfahren zu absolvieren hätten, doch es liess sich keine einheimische Lösung für das Amt des VSG-Präsidenten finden.

Auf die Stelleninserate bewarben sich danach mehr als 20 Personen. Mercuri Urval informierte laufend über die eintreffenden Bewerbungen und nahm auch eine erste Grobselektion vor. So meldeten sich beispielsweise auch ausländische Kandidaten, die jedoch in der Schweiz nicht zum Schulpräsidenten gewählt werden können.

«Weiter haben wir festgestellt, dass die Hürde, nach Amriswil ziehen zu müssen, für einige Bewerber zu gross war», verrät Schulbehördenmitglied Bernard Gertsch. Gertsch war zusammen mit den beiden Kollegen aus der Behörde, Vizepräsident Samuel Oberholzer und Finanzchef Severin Preisig, ebenfalls in den Auswahlprozess involviert. Nebst diesen drei Vertretern der Schulbehörde stellten auch sämtliche Amriswiler Parteien je einen Vertreter oder eine Vertreterin.

Bewerber aus der ganzen Deutschschweiz

Mit vier der ursprünglich über 20 Bewerbern, die aus der ganzen Deutschschweiz stammen, führte der dreiköpfige Ausschuss der Schulbehörde ein Bewerbungsgespräch. Beratend dabei waren Markus Mendelin und der zuständige Mitarbeiter von Mercuri Urval. Drei der vier Bewerber wurden schliesslich zur zweiten Runde zugelassen, in der sie von der Rekrutierungsfirma nochmals intensiv geprüft wurden. Aus diesem Trio zog sich einer während des Verfahrens selbst zurück und ein zweiter bestand das Assessment nicht. Lediglich Christoph Kohler bekam von Mercuri Urval das Prädikat «empfohlen». Anschliessend musste sich Kohler auch noch der Delegation der Interpartei mit sechs Partei- und den drei Schulvertretern stellen, die «sehr kritische Fragen» an ihn hatten.

«Sämtliche neun Vertreter standen schliesslich geschlossen hinter Christoph Kohler», weiss Sandra Reinhart, und Bernard Gertsch ergänzt, dass Kohler von der Persönlichkeit her und dem, was er mitbringe, sehr gut ins Anforderungsprofil passe. Der 48-jährige Berufsschullehrer ist in Egerkingen wohnhaft und amtete als Kreisschuldirektor in Neuendorf.

Am 12. Februar 2017 wählen die Stimmbürger der VSG ihren neuen Schulpräsidenten.