AMRISWIL: Der Bassist kommt

Heute abend bleibt der Pentorama-Kreisel für rund zwei Stunden gesperrt. Ein Schwertransporter bringt die Skulptur von Romanshorn nach Amriswil.

Rita Kohn
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Die Skulptur lehnt sich an den Slogan «Amriswil mit Kultur» an. Visualisierung. (Bild: PD)

Die Skulptur lehnt sich an den Slogan «Amriswil mit Kultur» an. Visualisierung. (Bild: PD)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Er ist der grosse Bruder des Stiers, obwohl er jünger ist: Der Bassist, der heute Abend sein Podest im Pentorama-Kreisel beziehen wird, ist die konsequente Fortsetzung der Gestaltung des Strassenbereichs zwischen Kreisel Alleestrasse und Pentorama-Kreisel. Von der Machart her entspricht er dem Stier, der nun schon seit 2015 steht.

Da, wo die Skulpturen nun prangen, hätten ursprünglich lange, hohe Stelen stehen sollen. So hatte es das erste Konzept für die Gestaltung der beiden Kreisel-Zentren vorgesehen. Doch dann hatte die Isa Sallmann AG in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihre Unterhosenstiere auf das Betonpodest gestellt. Was nur als Gag gedacht war, fand sofort bei einer grösseren Gruppe von Amriswilerinnen und Amriswilern Gefallen. Die Plastikstiere wurden zu einem Symbol, an dem man sich festhielt.

Diskussion um die Spoerlé-«Reisenden»

Fast zeitgleich kam die Diskussion auf, weshalb die Eisenplastik «Die Reisenden» von Bruno Spoer­lé im kantonalen Werkhof verschwunden war und nicht an einem prominenten Platz der ­Öffentlichkeit präsentiert wurde. Auch «Die Reisenden» waren in einer nächtlichen Aktion heimlich aufgestellt worden. Der Amriswiler Künstler hatte sich dafür einen markanten Findling beim Autobahnzubringer in Arbon ausgesucht. Als der Findling bröckelte, wurde die Plastik aus Sicherheitsgründen entfernt. Sie sollte nach dem Willen einer Gruppierung, die bald als «Kreiselbande» bezeichnet wurde, später im Pentorama-Kreisel aufgestellt werden. Die Kreiselbande setzte sich zugleich für den Verbleib der Stiere im Kreisel Alleestrasse ein.

«Die Reisenden» sind längst an ihren ursprünglichen Platz zurückgekehrt. Und die Kulturkommission hatte auch ein Gehör für ein Anliegen der Stier-Fans. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Hanswalter Graf, von dem die Entwürfe für die Gestaltung stammten, wurden die Stelen durch einen Stier und einen Bassisten ersetzt. Sie werden künftig als Sinnbild für die Kompromissfähigkeit von Stadtrat, Kulturkommission und Bevölkerung von Amriswil stehen. Heute ab 19.15 kann das Aufstellen des Bassisten live miterlebt werden.