AMRISWIL: Das Ziel ist das Ziel

Die Erzählstunde des Ortsmuseums hatte am Museumssonntag zahlreiche Besucher. Gasterzähler war der Stadtschreiber Roland Huser, der Einblick in seinen Berufsalltag und sein Privatleben gab.

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«Was macht eigentlich der Stadtschreiber?», fragte Ortsmuseumspräsident Eugen Fahrni kürzlich einen Primarschüler und bekam zur Antwort: «Der Stadtschreiber schreibt.» Dies habe in der Klasse Gelächter ausgelöst.

Doch eigentlich sei die Antwort korrekt, erzählte Roland Huser. Die Kernaufgabe des Stadtschreibers sei es nämlich, die Sitzungen zu protokollieren. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit seien solche Protokolle wichtig. Wurden sie einst mit Feder und Tinte geschrieben, ist heute der Computer nicht mehr wegzudenken. Stadt- und Gemeindeschreiber seien das Gleiche, Stadtschreiber töne aber wichtiger. «Als Amriswil vor rund zwölf Jahren das Stadtrecht bekam, durfte ich vom Gemeinde- zum Stadtschreiber aufsteigen», betonte Huser schmunzelnd.

Die Broschüre der Schweizerischen Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber besagt, der Stadtschreiber sei Stabchef, Chefbeamter, Ansprechperson, Innovator, Kommunikator, Gastgeber, Koordinator und Berater. «Wenn das so wäre, müsste ich eigentlich nicht Stadtschreiber, sondern City-Manager heissen», sagte Roland Huser. Doch die einzelnen Begriffe würden durchaus auf seine Arbeit zutreffen.

Eigentlich wollte Roland Huser nach der Sekundarschule Lokomotivführer werden – ein Bubentraum, den er sich nicht erfüllen konnte, weil er handwerklich nicht so begabt war. Seine kaufmännische Lehre konnte er aber bei der Bodensee-Toggenburg-Bahn machen. Dort lernte er Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu arbeiten. Nach der Ausbildung fand Roland ­Huser eine Anstellung bei der Finanzverwaltung der Gemeinde Amriswil. Später wurde er Stellvertreter des Gemeindeschreibers. «Und seit dem 1. August 1998 darf ich Stadtschreiber ­dieser tollen Stadt sein», erzählte Roland Huser sichtlich erfreut. Der Stadtschreiber unterstrich aber, dass ihm seine Ehefrau ­Andrea und Tochter Ladina noch wichtiger seien als der Beruf.

Sein Job sei oftmals ziemlich hektisch. Sport gebe ihm den nötigen Ausgleich zur Arbeit, sagte der Gasterzähler. Früher habe er mit grosser Leidenschaft Fussball gespielt, heute sei er ein begeisterter Marathonläufer. Unzählige Male habe er sich schon an Marathon- und Ultramarathonläufen beteiligt, mit Distanzen zwischen 40 und 100 Kilometern. Dabei spiele ihm die Laufzeit eine untergeordnete Rolle. «Mein Ziel ist es, ins Ziel zu kommen.»

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

amriswil@thurgauerzeitung.ch