AMRISWIL: Computer teilt Kinder ein

Es hat Tradition in der ersten Ferienwoche: Wer verreist, verpasst was. 80 Kurse bietet der Ferien(s)pass zwischen dem 10. und 14. Juli an. Das Anmeldefenster ist noch bis Freitag geöffnet.

Manuel Nagel
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Jacqueline Meier und Präsidentin Corinne Frei gehören zum zehnköpfigen Ferien(s)pass-Team. (Bild: Manuel Nagel)

Jacqueline Meier und Präsidentin Corinne Frei gehören zum zehnköpfigen Ferien(s)pass-Team. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Viele können sich nicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter dem Ferienpass steckt», sagt Präsidentin Corinne Frei. Zehn Frauen sorgen dafür, dass den Kindern der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri jede erste Sommerferienwoche nicht langweilig wird.

80 Kurse umfasst das Angebot des Ferien(s)passes mittlerweile, bei denen 1005 Plätze zur Verfügung stehen. Rund tausend Kinder sind es auch, vom grossen Kindergarten bis zur 6. Klasse, die teilnahmeberechtigt sind. Von diesen nahmen im letzten Jahr 220 das Angebot wahr, also fast jedes vierte Kind. Das Ferienpass-Team hat das Angebot in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. 2014 waren es noch 843 Plätze, verteilt auf 61 Kurse. Drei Jahre später ist die Anzahl Plätze erstmals vierstellig. Viele der 220 Kinder besuchen mehrere Kurse, doch wie viele Plätze belegt sind, wurde bislang noch nicht erfasst.

Bauernhof und Basteln sind Dauerbrenner

Jacqueline Meier ist seit letztem Jahr neu im Team dabei. Sie erlebt bei ihrem Sohn, wie sehr er sich auf die Kursangebote freut. «Besonders auf jene, für die er ein Jahr zuvor noch zu jung war», sagt Meier.

Allerdings ist das Angebot von Jahr zu Jahr verschieden. «Wir versuchen, das Programm abwechslungsreich zu gestalten», sagt Corinne Frei. Einige Kurse biete man deshalb nur alle zwei Jahre an. Und hin und wieder kommt es auch vor, dass ein Kurs mit geringer Resonanz wieder von der Kursliste gestrichen wird. Es gebe jedoch Kurse, die seien schon seit x Jahren im Programm. Die Kinder würden förmlich darauf warten, bis sie sich anmelden können, erzählen Frei und Meier. Bauernhof, Basteln oder Ponyreiten seien solche Dauerbrenner.

Diese Woche ist das Anmeldefenster geöffnet. Doch wann sich ein Kind anmeldet, spielt für die Zuteilung keine Rolle. «Es ist wie eine Lotterie», sagt Corinne Frei und erklärt, dass ein Computerprogramm die Zuteilung nach dem Zufallsprinzip vornimmt. Dem Zufall wird jedoch hin und wieder ein Schnippchen geschlagen. Nach der Zuteilung durch den Computer wird die gesamte Liste nochmals durchgecheckt.

Bestechungsversuche gab es noch keine

«Es kann vorkommen, dass das Programm einem Kind gleich drei Absagen erteilt, ein anderes Kind hingegen drei Kurse be­suchen kann», sagt Jacqueline Meier. In so einem Fall würde das Team korrigierend eingreifen. Auch wird bei beliebten Kursen geschaut, ob ein Kind schon in den letzten Jahren daran teilgenommen hat. Bestechungsversuche von Eltern, die ihre Sprösslinge in einem bestimmten Kurs unterbringen wollen, habe es jedoch bislang noch nie gegeben, bestätigt Corinne Frei lachend.

Die Kosten der Kurse bewegen sich zwischen acht und vierzig Franken. Angebote für acht Franken würden dem Ferienpass gratis angeboten. Damit werden aufwendigere Kurse quersubventioniert. «Zum einen ist heutzutage nichts mehr gratis», sagt Jacqueline Meier, und zum anderen wolle man teurere Kurse nicht nur Kindern von besser verdienenden oder grosszügigen Eltern ermöglichen.

Die zehn Frauen des Ferienpasses arbeiten alle ehrenamtlich. Ihr Lohn ist einzig ein gemeinsames Nachtessen, das sie sich nach getaner Arbeit gönnen.

Infos und Anmeldung

www.ferienpass-amriswil.ch