AMRISWIL: Böller, Regen und Gänsehaut

Mit neun Guggen eröffnete die Fasnachtsgesellschaft Mufu am Freitagabend die fünfte Jahreszeit. Trotz des schlechten Wetters herrschte gute Laune und ausgelassene Stimmung auf dem Marktplatz.

Manuel Nagel
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Ramon Bockmühl zündet den Böller, André Schlatter hält sich schon mal die Ohren zu. (Bilder: Manuel Nagel)

Ramon Bockmühl zündet den Böller, André Schlatter hält sich schon mal die Ohren zu. (Bilder: Manuel Nagel)

AMRISWIL. Ramon Bockmühl kontrollierte ein letztes Mal das Feuerzeug, während sein Mufu-Kollege André Schlatter auf die Uhr schaute und ihm den Countdown gab. Man hätte meinen können, Petrus sei kein Fasnächtler, als fast zeitgleich mit dem Böllerschuss um 19.19 Uhr der Nieselregen in einen heftigen Niederschlag überging. Als Folge dessen verkündete der Tätschmeister des Fastakels, Ueli Büchler, dass die neun Guggen lediglich je eine Viertelstunde statt der geplanten 20 Minuten spielen sollten.

Doch der guten Stimmung auf dem Marktplatz tat das schlechte Wetter keinen Abbruch. Die gerade nicht spielenden Gugger und die dennoch zahlreich erschienenen Besucher brachten sich entweder unter den Zelten in Sicherheit, oder sie trotzten dem Regen mit oder ohne Schirm und wärmten sich bei einer Wurst oder einem Glühwein. Letzterer war bei den kühlen Temperaturen besonders begehrt, so dass es schon kurz nach dem Böllerschuss zu einem Engpass kam.

Doch Marlen Weidmann, die hinter der Bar stand, hatte auch noch ein paar höherprozentige Alternativen parat und zog am Ende der Veranstaltung ein positives Fazit: «Dafür, dass es so heftig geregnet hat, sind wir zufrieden mit dem Aufmarsch», fand die Vizeobernärrin der organisierenden Muggäfurz-Narrengesellschaft.

Der Abend verlief aber nicht nur ausgelassen, es gab auch einen Gänsehautmoment. Als die Glöggli-Clique Leonard Cohens «Hallelujah» in ihr diesjähriges Programm aufnahm, ahnte niemand, dass Cohens Tod ausgerechnet am 11.11. bekanntgegeben wird. «Es war schon ein bisschen andächtig, als wir heute seinen Welthit gespielt haben», fand «Glöggli» Christoph Huser.

Neun Guggen spielen zusammen am Monsterkonzert «Sierra Madre». (Bild: Manuel P. Nagel www.mpn.ch)

Neun Guggen spielen zusammen am Monsterkonzert «Sierra Madre». (Bild: Manuel P. Nagel www.mpn.ch)

Während die Guggen spielen, öffnet der Himmel seine Schleusen. (Bild: Manuel P. Nagel www.mpn.ch)

Während die Guggen spielen, öffnet der Himmel seine Schleusen. (Bild: Manuel P. Nagel www.mpn.ch)

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