AMRISWIL: «Benutzt den ÖV oder das Velo»

Heute beginnt das Strassenfest im Zentrum der Stadt. OK-Präsident Andreas Müller spricht über teure Bands und die prekäre Parkplatzsituation.

Manuel Nagel
Drucken
Teilen
Andreas Müller, OK-Präsident des Amriswiler Strassenfests. (Bild: PD)

Andreas Müller, OK-Präsident des Amriswiler Strassenfests. (Bild: PD)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Andreas Müller, Internet-­Videos zeigen die Strassenfest-Verantwortlichen, wie sie rumalbern oder sich mit Wasser bespritzen. In Ihrem neusten Video-Blog landen Sie am Ende gar selbst im Brunnen auf dem Marktplatz. Müssen wir uns Sorgen machen? Ist das OK nichts weiter als eine Pläuschler-Gruppe?

Obwohl sie mich nach der letzten OK-Sitzung in den Brunnen warfen, bin ich sehr zufrieden mit meinen Leuten. Das sind durchwegs professionelle und meist langjährige OK-Mitglieder, die ihr Handwerk absolut verstehen. Ein solch grosses Fest vorzubereiten, ist sehr aufwendig. Wir hatten nicht weniger als zwölf OK-Sitzungen und auch dazwischen gab es etliche Fragen zu klären, vor allem im Ressort Sicherheit. Doch sind wir auch eine Gruppe von Leuten, die kreativ sind, Spass verstehen und Freude haben, an dem was wir tun. Die angesprochenen Videos auf www.lebenmitkultur.ch und Facebook entsprechen dem Zeitgeist und sind ganz bewusst locker gehalten. Wir wollen damit im Vorfeld das unverwechselbare Strassenfest-Feeling rüberbringen und so auf das Fest einstimmen. Im Übrigen verbreiteten wir in den vergangenen Wochen natürlich auch seriöse News zum Strassenfest, und zwar über diverse Kanäle.

Sie erwähnen das Ressort Sicherheit. Wird darauf in diesem Jahr also besonders geachtet?

Die Sicherheit war schon immer und ist auch an diesem Strassenfest etwas vom Wichtigsten. Ressortchef ist ein ausgebildeter Polizist, der viel in unser Sicherheitskonzept investiert hat – natürlich in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei und weiteren Sicherheitskräften, die um und auf dem Festgelände im Einsatz sein werden.

Jetzt tönt es auf einmal wieder ganz ernst.

Spass muss Platz haben. Vielleicht wird auch am Fest der eine oder andere nass. Unser Fokus liegt aber auf der Sicherheit. Ein fröhliches Strassenfest, wie in den letzten Jahren, gibt es nur, wenn sich die Besucherinnen und Besucher sicher fühlen.

Um nochmals auf die vielen OK-Sitzungen zurückzukommen: Die erste fand vor über einem Jahr statt. Ist der grosse Aufwand wirklich nötig?

Das Amriswiler Strassenfest ist zwar etabliert, trotzdem gibt es ganz viele Punkte, die man nicht 1:1 von der letzten Durchführung übernehmen kann. Ein sehr bedeutender Punkt war diesmal das Festgelände, welches wir aufgrund der Migros-Bauarbeiten beziehungsweise des Migros-Provisoriums im Radolfzeller Park ganz neu ausgestalten mussten. Wir haben nach Lösungen gesucht und diese in Form des südlichsten Bereichs der Kirchstrasse, wo sich die grosse Bühne befinden wird, auch gefunden.

Mit Michael von der Heide, Ritschi, Remady & Manu-L treten am Strassenfest 2017 Künstler auf, die sicher nicht günstig sind. Viele Besucher kommen doch gar nicht wegen der Musik oder würden sich mit Unterhaltung durch lokale Vereine begnügen.

Das eine tun und das andere nicht lassen, lautet hier unser Credo. Wir haben mehrere Amriswiler Künstler im Programm und bieten durch die erstmalige Zusammenarbeit mit dem «Rüttel­hütte»-Team eine Plattform für Nachwuchsbands. Doch wollten wir auch drei, vier grosse Namen im Programm haben. Ich bin überzeugt, dass es diese ebenfalls braucht. Nebst den vielen Amriswilern, die das Strassenfest jedes Mal fett in ihrer Agenda anstreichen, zählen wir eben auch auf auswärtige Besucher, die wir durch bekannte Namen anlocken möchten. Man darf nicht vergessen, dass wir am 7. und 8. Juli hochkarätige regionale Konkurrenz haben: Ich denke da vor allem an das Seenachtsfest in Arbon und das Open Air in Frauenfeld.

Das Strassenfest bedeutet jeweils zwei Tage Hochstimmung in Amriswil. Anwohner, Angestellte und Kunden der Geschäfte im Stadtzentrum müssen aber auch Einschränkungen in Kauf nehmen. Wann werden sich die ersten Vorboten des Fests in Form von Aufbauarbeiten und Strassensperrungen bemerkbar machen?

Spätestens am Donnerstag geht es los. Wobei wir natürlich versuchen, möglichst viel Rücksicht zu nehmen. So starten wir die Bühnenaufbauarbeiten am Donnerstagmorgen an der Kirchstrasse, welche zurzeit sowieso für den Verkehr gesperrt ist. Der Viehmarktplatz wird erst ab Donnerstagabend nach Ladenschluss zum Parkieren gesperrt sein, da wir uns bewusst sind, dass es für die Migros-Kunden während des Strassenfests schwierig sein wird, einen Parkplatz zu finden.

Auch für die Strassenfest-Besucher scheint es bezüglich Parkplätzen eng zu werden! Wo kann man noch parkieren, jetzt, da der Migros-Parkplatz eine Baustelle und der Viehmarktplatz wie erwähnt Teil des Festgeländes ist?

Wir haben dieses Jahr tatsächlich ein echtes Parkplatz-Problem. Die Parkiermöglichkeiten beschränken sich vor allem auf die kleineren öffentlichen Parkplätze im Zentrum sowie den Mehrzweckplatz im Tellenfeld. Unser Appell deshalb: Kommt wenn irgendwie möglich mittels ÖV, Velo oder zu Fuss ans Fest! Dies gilt insbesondere für alle Amriswilerinnen und Amriswiler, die in Gehdistanz zum Fest wohnen und/oder sich nach dem Fest bequem für sechs Franken mit dem Stadt-Taxi nach Hause chauffieren lassen können.