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AMRISWIL: Beim Sport Deutsch lernen

Die Schule kann einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten. Dies wird am Podium der SVP deutlich. Gefordert ist aber die ganze Gesellschaft.
Tobias Bolli
Das Podium zum Thema Migration und Bildung stösst auf grosses Interesse. (Bild: Andrea Stalder)

Das Podium zum Thema Migration und Bildung stösst auf grosses Interesse. (Bild: Andrea Stalder)

Tobias Bolli

tobias.bolli@thurgauerzeitung.ch

Am Samstag lud die SVP Amriswil zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Migration und Bildung ein. Im gut besetzten Saal des Alters- und Pflegezentrums diskutierten Schulpräsident Christoph Kohler, Stadträtin Daniela Di Nicola. Regierungsrätin Monika Knill, der das Departement Erziehung und Kultur unterstellt ist und Sarah Bischof, Lehrerin des Bildungszentrums Arbon, zählten ebenfalls zu den Diskussionsteilnehmern. Moderiert wurde die Runde von Karl Spiess und Severin Gutjahr-Preisig.

Ungefähr 1,2 Millionen Franken investiere der Kanton zurzeit in Integrationskurse, informierte Knill, der Bund steuere im Rahmen einer gemeinsamen Strategie noch einmal so viel Geld bei. Bei den Kursen handle es sich um drei aufeinander aufbauende Module, die neben der Sprache auch Alltagswissen und schweizerische Werte vermitteln sollen. Das letzte Modul konzentriere sich darauf, die Immigranten so zuzurüsten, dass sie anschliessend in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Die Integration erfolgt über die Sprache

Essenziell für erfolgreiche Integration sei die Sprache, ist Knill überzeugt. «Zum Teil können Kinder beim Eintritt in den Kindergarten nicht einmal einfachsten Gesprächen folgen. Das ist dann so, als ob sie ein Rennen 100 Meter hinter der Startlinie beginnen müssten.» Wichtig seien nicht zuletzt die Eltern, die ihre Kinder mit Vorteil etwa in Sprachspielgruppen oder ins Kinderturnen schicken sollten.

Schulpräsident Kohler ist überzeugt, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist. «Die Schule hat in diesem Bereich eine Dienstleistungsaufgabe und kann zweifellos viel bewirken. Ganz auf sich allein gestellt, wird sie Schweizer und Menschen mit Migrationshintergrund aber nicht zusammenbringen können. Zusätzlich sind Politik, Kirche und Gemeinde gefordert.»

Nicht alle Migranten seien gleichzusetzen, gab Bischof zu bedenken. «Zu uns kommen Frauen aus Syrien, die Wirtschaft studiert haben. Andere stammen von einem afghanischen Bauernhof und haben wenig oder gar keine Vorkenntnisse.» Entsprechend wichtig sei eine hohe Durchlässigkeit der Kurse und Rücksicht auf individuell unterschiedliche Ausgangslagen. Gefördert würden Jugendliche auch durch ausserschulische Aktivitäten: «Als wir merkten, einen badmintonbegeisterten Migranten unter uns zu haben, empfahlen wir ihm den Besuch eines Vereins. Seither hat sich sein Deutsch markant verbessert.»

Arbeit und Bildung gehören zusammen

Di Nicola betonte, dass Bildung nur dann fruchte, wenn sie auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnet. Arbeit und Bildung – das seien für sie zwei Begriffe, die sich nicht auseinanderdenken lassen. «Alle Migranten, egal welchen Status sie haben, sollten von Beginn an arbeiten können. So könnten sie zum einen direkt dem Arbeitsmarkt zugeführt werden. Zum anderen würden sie an feste Tagesstrukturen gewöhnt, anstatt ihre Zeit nur abwartend zubringen zu können.» Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass in diesem Punkt noch Handlungsbedarf besteht.

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