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AMRISWIL: Amriswil verdankt ihm viel

Eine Trauergemeinde von fast 1000 Menschen nahm gestern Abschied von Peter Kummer. Regierungsrat Jakob Stark und Stadtpräsident Martin Salvisberg würdigten den Verstorbenen.
Rita Kohn
Abschied von Peter Kummer. (Bild: Reto Martin)

Abschied von Peter Kummer. (Bild: Reto Martin)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Trauerflor an den Fahnen, Trauer in den Augen der fast tausend Gäste. Der Abschied von Peter Kummer zeigt, wie stark der ­Amriswiler zu seinen Lebzeiten in der Gesellschaft verankert gewesen ist. Kaum einer, der an diesem goldenen Herbstnachmittag an der Trauerfeier teilnimmt, hat nicht seine ureigene Geschichte und Begegnung mit dem Verstorbenen. Es ist wohl für niemanden ein Pflichtbesuch aus Anstand, sondern das Bedürfnis, sich von einem geschätzten Menschen zu verabschieden.

Pfarrer Markus Keller sagt: «Wir nehmen Abschied, weil wir Abschied nehmen müssen.» Ein sanftes Nicken, gesenkte Köpfe. Die Thurgauer Musikveteranen spielen zu Ehren ihres verstorbenen Aktivmitglieds, die Vereine überbringen einen letzten Fahnengruss. Erst dann ziehen die Menschen vorbei am Bild des Verstorbenen, am roten Blumenherz, das so stimmig ist, hinauf in die evangelische Kirche. Eine Kirche, die fast 1000 Menschen aufnehmen kann und doch fast zu klein ist an diesem Freitagnachmittag.

Die Fassungslosigkeit verbindet die Trauernden

«Peter Kummer hat unser Leben bereichert und geprägt», sagt Markus Keller. «Wir stehen fassungslos, immer noch und immer wieder neu, vor der Tatsache, dass er nicht mehr ist. Es ist das, was uns alle verbindet.» Später erfahren die Trauergäste, dass Peter Kummer noch vor kurzem kerngesund schien, erst im August noch im Kreise seiner Familie den 50. Hochzeitstag mit seiner Frau Marlies gefeiert hat, seiner Jugendliebe, die den Berner einst in ihre Heimat, nach Oberaach brachte. Der Fremde ist nicht lange fremd geblieben, wurde zu dem Mann, der Amriswil prägte und ein ganzes Stück weiter gebracht hat.

«Ich bin einfach nur traurig.» Das ist an diesem Nachmittag ein oft gehörter Satz. Er kommt auch von den Gästen, die von Radolfzell gekommen sind, um dem Mann, der für sie nach wie vor ein Symbol für die Partnerschaft der beiden Städte ist, die letzte Ehre zu erweisen. Die zahlreichen Gäste, die von auswärts nach Amriswil gereist sind, machen deutlich, wie stark die Ausstrahlung des einstigen Stadtpräsidenten über die Grenzen der Region ­hinaus war. Ob es nun Vertreter des schweizerischen Volleyball-Verbandes oder Politiker und Freunde aus allen möglichen Gebieten der Schweiz sind, sie alle kannten den Amriswiler als starken Fels und wollen sich nun für einen Moment der stillen Trauer um den verlorenen Freund, Gesprächspartner und das Vorbild hingeben.

«Der Peter blieb immer der Peter», sagt Stadtpräsident Martin Salvisberg. Er hat 2009 die Amtsnachfolge von Peter Kummer angetreten. Gekannt haben sich die beiden Politiker damals schon längst. In seiner Rede zur Verabschiedung blickt Martin Salvisberg auf die ersten Begegnungen mit dem Neuzugezogenen zurück. Damals, in der Ortsfeuerwehr von Oberaach, wurde der Grundstein für eine langjährige Freundschaft gelegt. «Peter war immer ruhig und ehrlich, handelte zielstrebig und überlegt. Oft haben wir über seinen Humor gelacht und uns von seiner Lebensfreude anstecken lassen.» Die Stadt Amriswil habe Peter Kummer viel zu verdanken.

Der Thurgauer Politik viel gegeben

Gleich mehrere Regierungsrätinnen und Regierungsräte sind an der Trauerfeier anwesend. Einer von ihnen, Jakob Stark, würdigt den verstorbenen Politiker mit herzlichen Worten. «Wir müssen Abschied nehmen von einem grossartigen Menschen. Er hat der Thurgauer Politik viel gegeben.» Er sei ein väterlicher, souveräner Grossratspräsident gewesen, ein Brückenbauer im Grossen Rat. «Er konnte sich auch für etwas einsetzen, das nicht auf der Linie der Partei lag. Sein viel zu früher Tod ist ein Schock und ein grosser Verlust für uns.»

Eine Liebeserklärung machen die Enkelinnen und Enkel ihrem verstorbenen Grossvater. Sie erinnern an innige Momente und tiefsinnige Gespräche. «Du bist unser grösstes Vorbild und wir haben Dich megalieb.» Sieben Kerzen, die für die sieben Enkelkinder stehen, werden entzündet. Schwiegersohn Urs Poltéra verliest den Lebenslauf des Verstorbenen und zeigt noch einmal auf, dass Peter Kummer nicht einfach Politiker, Unternehmer, Vereinsmitglied oder Volleyball-­Präsident gewesen ist, sondern vor allem eines: ein wertvoller Mensch, der nun eine grosse Lücke hinterlässt. «Eine Lücke, die sich nicht so schnell schliessen wird», sagt Pfarrer Keller.

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