AMRISWIL: Amriswil verändert sich - das Volk ist eingebunden

Das Baureglement der Stadt wird in den nächsten Monaten neu ausgearbeitet. Die grösste Herausforderung liegt im Zentrum. Hier sollen Richtpläne für eine Entwicklung sorgen.
Rita Kohn
Amriswil vom Kirchturm aus gesehen: In den nächsten Jahrzehnten dürfte sich das Gesicht der Stadt markant verändern. (Bild: Donato Caspari)

Amriswil vom Kirchturm aus gesehen: In den nächsten Jahrzehnten dürfte sich das Gesicht der Stadt markant verändern. (Bild: Donato Caspari)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Wie soll Amriswil aussehen? Diese Frage soll unter anderem über Zonenplan, Gestaltungsplan, Richtplan und Baureglement geklärt werden. Es sind die Planungsinstrumente mit denen der Rahmen gesteckt werden kann, in welchem Bereich welche Häuser entstehen können. Nun steht eine Erneuerung an. Sowohl der Zonenplan als auch das Baureglement der Stadt müssen neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden.

«Im März oder April startet die Ortsplanungskommission mit der Überarbeitung des Baureglements», sagt Stadtrat Stefan Mayer, unter anderem für den Bereich Bau zuständig. Unter anderem wird festgelegt, nach welchem Raster künftig die zu überbauende Fläche festgelegt werden soll. Während sich Romanshorn dazu entschieden hat, die Grünflächenziffer anzuwenden, dürfte sich Amriswil für die Geschossflächenziffer entscheiden. Es scheine die passende Lösung für die Stadt. «Welche Ziffer mittelfristig überzeugender ist, wird die Zukunft zeigen», sagt Stefan Mayer.

Gestaltungspläne für das Zentrum

Besonderes Augenmerk bei der Planung hat das Zentrum der Stadt. Hier kann mit verdichtetem Bauen neuer, urbaner Wohnraum geschaffen werden, ohne dass grüne Wiesen verschwinden. «Es ist aber eine grosse Herausforderung, die Liegenschaftenbesitzer daran heranzuführen, dass Gestaltungspläne entstehen können», weiss der Stadtrat aus langjähriger Erfahrung. Denn da müssten verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden. «Bei einem Gestaltungsplan soll jeder Beteiligte einen Nutzen davon haben», sagt er. Es könne nicht Ziel eines Gestaltungsplanes sein die Rechte eines Eigentümers zu beschneiden.

Da sich die Stadt dessen bewusst ist, dass Zonenplan und Baureglement weitreichende Folgen haben können, soll die Bevölkerung jederzeit in den Prozess einbezogen sein. So ist geplant, dass im Laufe des späten Sommers oder im Herbst über die Planung orientiert wird. Es sollen unter anderem auch Informationsanlässe für die Parteien stattfinden. «Der Zonenplan und das Baureglement gehen alle an», macht Stefan Mayer deutlich. Zumindest seien alle Liegenschaftenbesitzer davon betroffen. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass es bei öffentlichen Informationen zu diesen Themen nur wenig Zulauf gebe.

Vernehmlassung im kommenden Jahr

Vorgesehen ist unter anderem im Frühjahr 2019 ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen. «Im Sommer könne eine Vorprüfung durch den Kanton erfolgen, im Frühjahr 2020 wäre die Vorlage dann abstimmungsreif.» Stadtrat Stefan Mayer rechnet mit einem Zeithorizont von gut zweieinhalb Jahren, bis das Geschäft über die Bühne gegangen ist. «Wir müssen, gemäss Gesetz, bis Herbst 2020 fertig sein», sagt er. Diese Zeitspanne werde Amriswil wohl weitgehend ausnutzen müssen.

Obwohl sich mit dem neuen Baureglement und dem geänderten Zonenplan einiges verändern wird –so unter anderem die Zahl der möglichen Geschosse der Bauten– wird die anstehende Entwicklung keinen negativen Einfluss auf die bereits beabsichtigten Bauprojekte haben. «Vorläufig kann nach bisherigen Richtlinien gebaut werden», versichert der Stadtrat.

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