AMRISWIL: Amriswil macht Boden gut

Einst Textilhochburg, dann verschlafenes Dorf, nun Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Die aktuelle rege Bautätigkeit zeige, dass die Stadt aus den Krisen die nötigen Lehren gezogen habe, findet Theo Dürig vom HEV.

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Amriswil von oben. (Bild: Manuel Nagel)

Amriswil von oben. (Bild: Manuel Nagel)

Theo Dürig erwartet in Amriswil bald einen weiteren Entwicklungsschub. Hauptgrund dafür ist das geplante neue Einkaufszentrum in der Stadtmitte: «Durch den Migros-Neubau sowie dank der Schaffung weiterer Einkaufsmöglichkeiten an der Peripherie wird Amriswil immer attraktiver.»

Dürig weiss, wovon er spricht, denn der Amriswiler ist seit über einem Vierteljahrhundert Sekretär und Kassier der Sektion Region Amriswil des Hauseigentümerverbands (HEV Amriswil). Obwohl Amriswil mit über 13000 Einwohnern längst eine Stadt ist, habe sie ihren Charme als ländliches Arbeitsgebiet mit sehr vielen, attraktiven Angeboten in Kultur und Sport nicht verloren. Nicht ohne Stolz erwähnt er den Schweizer Meistertitel der einheimischen Volleyballer. Oder das vor wenigen Jahren eingeweihte Eventzentrum Pentorama, das innert kurzer Zeit zu einem Magnet für Veranstaltungen mit nationalem Format geworden ist.

Immer mehr Mehrfamilienhäuser

Gerade in den letzten Jahren hat sich die Region Amriswil dynamisch entwickelt. Vom einst verschlafenen Dorf an der Eisenbahnlinie ist es mittlerweile zu einem Einkaufs- und Dienstleistungszentrum geworden. Der Bahnhof der 1855 eingeweihten Thurtallinie trug entscheidend dazu bei, dass sich das Dorf zu einer Hochburg der Textil- und Schuhindustrie entwickelte, deren Blütezeit längst Geschichte ist: Die Krise der Textilindustrie hat auch Amriswil hart getroffen. Es zeichnet die Region indes aus, dass aus Krisen die nötigen Lehren gezogen wurden.

Aufgrund der Anbindung an den öffentlichen Verkehr und der in Aussicht stehenden besseren Erschliessung dank der Bodensee-Thurtal-Strasse ist das Interesse an Wohneigentum stetig gestiegen. Ebenso erhöhten sich die Preise für Wohneigentum, die jedoch nunmehr eher auf hohem Niveau stagnieren, zum Teil sogar rückläufig sind. Deshalb ist auch der Überbauungsgrad in den letzten Jahren markant gestiegen, wobei die Stadt immer noch über einzelne Baulandreserven verfügt. Das Gebot, verdichtet zu bauen, das vom Kanton erlassen wurde, wird befolgt, indem immer mehr Mehrfamilienhäuser wie Pilze aus dem Boden schiessen. Gegenwärtig stehen in Amriswil rund 4650 Mehrfamilienhäuser und etwa 1400 Einfamilienhäuser.

Der Bodenpreis hat sich kontinuierlich nach oben bewegt und dürfte sich gegenwärtig im Schnitt je nach Gewerbe- oder Einfamilienhauszone im Rahmen von rund 350 bis gut 400 Franken bewegen. Dürig stellt fest, dass der Trend hin zu mehr Eigentumswohnungen anhalte: Der durchschnittliche Kaufpreis für eine 4-Zimmer-Wohnung betrage beispielsweise rund 500000 Franken, die monatliche Miete beläuft sich auf durchschnittlich gut 1400 Franken. Damit zeige sich, dass sich der Kauf von Wohneigentum in der Region Amriswil lohne. Die Anzahl der Bauvorhaben schwankt laut Dürig jährlich ziemlich stark, manchmal seien es nur zehn, der Höhepunkt im Jahr 2014 lag bei 80. Auffallend sei jedoch, dass in Amriswil sehr viel in Neubauten investiert werde.

Selbst wenn die Stadt Amriswil im Schweizer Städteranking nur auf dem 157. Platz von 162 Städten landete, geht die Entwicklung positiv weiter. Damit zeigt sich: Oft geben viele emotionale Faktoren, die im reinen Zahlen-Fakten-Wettbewerb der Lebensqualität keine Rolle spielen, den Ausschlag, um in den Oberthurgau zu ziehen. (red)