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AMLIKON: Tschutter, Präsident und Winzer

Gemeindepräsident Othmar Schmid geht zum Ende der Legislatur in Pension. Vor allem im Bereich Energie hat er vieles erreicht. Nach 35 Jahren in der Politik will er sich künftig um Enkel und Reben kümmern.
Sabrina Bächi
Gemeindepräsident Othmar Schmid geht nächstes Jahr in Pension. (Bild: Andrea Stalder)

Gemeindepräsident Othmar Schmid geht nächstes Jahr in Pension. (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch

«Es wird mir bestimmt nicht langweilig», sagt Othmar Schmid und lächelt. Nach 16 Jahren tritt er im Juni nächstes Jahr als Gemeindepräsident von Amlikon-Bissegg zurück – mit 67 Jahren. Seit einem Jahr könnte der 65-jährige seine Pension geniessen. «Als ich damals für die vierte Amtsperiode angetreten bin, habe ich gesagt, dass ich die ganze Dauer bleibe, solange es die Gesundheit zulässt.» Denn auch nach 35 Jahren in der Politik ist er noch voller Tatendrang. Ins Amt des Gemeindepräsidenten ist er mehr reingerutscht, als das er es gesucht habe, erzählt er. «1980 zog ich mit meiner Familie wieder nach Strohwilen, wo ich aufgewachsen bin.» Dann sei er als junger Familienvater zum Schulpfleger gewählt worden, dann auch noch in die Ortsvorsteherschaft. Ab 1984 stand er der Munizipalgemeinde Strohwilen vor. «Da habe ich realisiert, dass ich wirklich etwas bewegen kann», sagt er. Als der Zusammenschluss zur Politischen Gemeinde kam, wurde er 1995 Gemeinderat.

Ein Vereinsmensch war er schon immer. Seit er ein kleiner Bub ist, ist er Mitglied beim FC Frauenfeld. Fussball ist, nebst der Politik, seine grosse Leidenschaft. Gelernt hat Schmid Elektromonteur, dann war er Telematiker. Er arbeitete in der Privatindustrie, war Leiter der Schwachstromabteilung. «Heute sagt man Informatikabteilung.» Seine Berufserfahrung in der Privatwirtschaft kann er auch als Gemeindepräsident gut brauchen: Strukturiert denken, organisiert Handeln, diszipliniert arbeiten.

Seit drei Jahren auf einem Top-Niveau

Als er 1995 Gemeinderat wurde, übernahm er das Ressort Werke und als 2003 sein Vorgänger aufhörte, stellte er sich als Parteiloser zur Wahl. Zwei weitere Kandidaten stellten sich zur Wahl. Schmid überzeugte die Amliker am meisten und übernahm das Amt. Ende Jahr trat er der SVP bei, die ihn während der Wahl auch unterstützte. Erfolge hat er einige aufzuweisen. Amlikon-Bissegg ist eine der wenigen Gemeinden im Thurgau, die ein flächendeckendes Glasfasernetz hat. «Und das obwohl wir ein so zersiedeltes Gebiet haben», gibt er zu bedenken. «Eine tolle Anerkennung ist sicherlich der Energiepreis des Kantons, den wir vergangenes Jahr erhalten haben. Denn wir sind seit drei Jahren auf einem Topniveau und schweizweit eine der einzigen Gemeinden, die mehr als 50 Prozent erneuerbare Energien hat.» Der Stolz über diese Entwicklung ist ihm anzusehen. Doch der disziplinierte und vorausschauende Arbeiter geht mit seinen Erfolgen nicht hausieren und weiss auch von schwierigen Zeiten zu berichten: Die Poststellenschliessung sei das schlimmste Ereignis gewesen. «Es gab ein Komitee, welches sich gegen die Schliessung wehrte und der Meinung war, die Gemeinde unternimmt zu wenig dagegen.» Als 2010 die Poststelle Vergangenheit war, schenkte ihm das Komitee einen kleinen Sarg mit dem Postzeichen drauf. «Damals wurde ich auch privat massiv angegangen», sagt er nachdenklich. Aber er trenne strickt zwischen Beruf und Privat. «Das muss man, sonst reibt man sich auf, das wäre nicht gut», sagt Othmar Schmid.

Er will sein Wissen weitergeben

Einen weiteren guten Rat für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin hat Schmid noch: «Man sollte eine klare Linie haben.» Auch bei der Nachfolge hat Schmid alles strukturiert aufgegleist. «Es ist angedacht, dass der Nachfolger einen Monat vor Amtsübergabe einen Tag die Woche mit mir arbeitet, damit ich alles zeigen kann.» Es sei ihm ein Anliegen, sein Wissen bestmöglich weiterzugeben. Die Wahl findet Ende November statt. Schmids letzter Arbeitstag ist der 31. Mai 2019. Danach freut er sich auf mehr Zeit mit seiner Frau Edith, die ihn immer unterstützte, und den Enkelkindern. Und er will sich seinen Reben widmen, die er vor fünf Jahren gepflanzt hat. «Dieses Jahr konnte ich bereits die erste Flasche Wein trinken, er ist sehr gut», sagt er.

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