AMLIKON: Nichts hält sie am Boden

Auf dem Flugplatz nehmen diese Woche acht Jugendliche an einem J+S-Sportcamp teil. Während fünf Tagen erlangen sie Fachwissen und Praxiserfahrungen im Segelfliegen.

Iliana Perera
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Die Camp-Teilnehmer packen mit an und schieben einen der beiden Segelflieger an den Start. Dort liegen bereits die sechs Windenseile mit den Fallschirmen parat. (Bild: Mario Testa)

Die Camp-Teilnehmer packen mit an und schieben einen der beiden Segelflieger an den Start. Dort liegen bereits die sechs Windenseile mit den Fallschirmen parat. (Bild: Mario Testa)

Iliana Perera

iliana.perera@thurgauerzeitung.ch

Das Flugzeug steht auf der Wiese bereit zum Abflug. Am Telefon gibt ein Campteilnehmer die ­letzen Anweisungen an den ­Windenchef weiter: «ASK 21 am Bergseil bereit zum Aufwinden!» Der Windenchef ist auf der anderen Seite des Flugplatzes in seinem Lastwagen mit den sechs Seiltrommeln positioniert. Er zieht an einem Hebel und rasch wird das ein Kilometer lange Stahlseil, welches am Segelflugzeug angebracht ist, angezogen. Sobald dieses gespannt ist, geht es auch schon los, und das Segelflugzeug brettert über die Startbahn. «Wir kommen in etwa vier Sekunden von null auf hundert», erklärt Kursleiter Ernst Oettli. Viel länger geht es dann auch nicht, und das Flugzeug hebt bereits vom Boden ab, fliegt steil in den Himmel hinauf. «Mit einem Windestart dauert ein Rundflug etwa fünf bis sechs Minuten, bei einem Start mit Schleppflugzeug sind es rund 30 Minuten, wenn bis hinauf auf 1200 Meter geschleppt wird», erklärt Oettli. Im Camp lernen die Jugendlichen beide Varianten kennen.

Die Jugendlichen lernen etwas für ihr Leben

Auch die selbstständige Steuerung des Flugzeugs können sie am zweiten Tag, in Begleitung von ausgebildeten Fluglehrern, bereits übernehmen. «Beim ersten Mal war ich schon nervös», sagt Teilnehmer Luca Hanimann aus Fruthwilen. «Aber es war ein unglaubliches Gefühl.» Während der Sportwoche übernachten die acht Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Alter von 14 bis 20 Jahren auf dem Campingplatz der Segelfluggruppe. Das Lagererlebnis sei genauso wichtig wie das Segelfliegen, betont Kursleiter Ernst Oettli. «Diese Tage sind für die Jugendlichen auch eine ­Lebensschule. Sie lernen Eigen­verantwortung zu übernehmen, konsequent zu handeln und im Team zusammenzuarbeiten.»

Jeden Tag findet ein Theorieblock zu einem bestimmten ­Thema statt. Am Nachmittag können die Jugendlichen dann das ­Gelernte bei ihren Flügen in die Praxis umsetzen. Am Mittwochabend hat die Gruppe den Flugplatz in Dübendorf besucht. Während eines Vortrags erhielten die Jugendlichen Informationen zur Pilotenlaufbahn im Militär und in der Zivilluftfahrt.