AMLIKON: Ab in die Luft in den Sommerferien

Die Segelfluggruppe Cumulus führte diese Woche in Amlikon in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Sportamt das Jugendcamp Segelfliegen durch. Es ist bereits die sechste Auflage des Lagers. Dieses Jahr waren die Anmeldezahlen erstmals rückläufig.

Mario Testa
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Fluglehrer Steven Dünki bereitet Lucie Roth, Jovin Wehrli und Fabienne Brunner auf ihren ersten Flug im Segelflieger vor. Er erklärt ihnen das korrekte Verhalten an Bord der zweisitzigen ASK 21 der Segelfluggruppe Cumulus. (Bild: Mario Testa)

Fluglehrer Steven Dünki bereitet Lucie Roth, Jovin Wehrli und Fabienne Brunner auf ihren ersten Flug im Segelflieger vor. Er erklärt ihnen das korrekte Verhalten an Bord der zweisitzigen ASK 21 der Segelfluggruppe Cumulus. (Bild: Mario Testa)

AMLIKON. Acht junge Thurgauerinnen und Thurgauer lernten diese Woche fliegen. Während fünf Tagen war das Thurvorland in Amlikon ihr Refugium. Sie haben dort auf dem Flugplatz am Jugendcamp Segelfliegen teilgenommen. «Wir führen dieses Camp in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Sportamt schon zum sechstenmal durch», sagt Campleiter Ernst Oettli.

Für die acht Plätze im Camp haben sich genau acht Jugendliche beworben, vier junge Frauen und vier junge Männer im Alter von 15 bis 17 Jahren. Die meisten wurden von ihren Eltern auf das Angebot aufmerksam gemacht, so auch Vincent Roell. «Mein Vater hat mir dieses Camp zum Geburtstag geschenkt», sagt er. «Aber natürlich musste auch ich wie die anderen für die Bewerbung ein Motivationsschreiben verfassen.» Segelfliegen sei cool und spannend, sagt der Salensteiner nach seinem ersten Flug am Montagnachmittag.

Mit dem Auto auf die Piste

Die Jugendlichen managen ihre Flüge selber. Einer notiert Start- und Landezeit und hält ein Auge auf die Wetterkarten. Die anderen helfen jeweils, die Segelflieger zurück an den Start zu schieben, nachdem sie gelandet sind. Für diese Schlepps steht ihnen auch ein Auto zur Verfügung. «Wir sind hier eine Flugschule, keine Fahrschule», ermahnt Oettli die männlichen Kursteilnehmer, die darauf brennen, mit dem weissen Subaru auf der Piste herum zu kurven.

Zwei Segelflieger des Typs ASK 21 stehen den Kursteilnehmern zur Verfügung. Eines der zweisitzigen Flugzeuge wird von Andreas Schibli pilotiert, das andere von Steven Dünki. Abwechslungsweise nehmen sie die Kursteilnehmer mit in die Luft, überlassen ihnen mit jedem Flug mehr Kontrolle über den Flieger. «Wir haben am Montag die Theorie etwas beschleunigt, und sind wegen des guten Flugwetters schnell in die Luft», sagt Schibli nach einer Landung, während die Jugendlichen den Flieger wieder zur Startposition schieben. Lobende Worte gibt es für seinen jungen Co-Piloten nach dem Flug. «Du kannst das schon sehr gut. Vielleicht liegt's dran, dass du schon am Computer mit Flugsimulatoren geflogen bist.» Für die ersten Flüge stand der Gruppe beim Start ein Schleppflugzeug zur Verfügung, später in der Woche waren es vor allem Windenstarts. «Beim ersten Flug gehen wir auf 1400 Meter Höhe, damit die Jugendlichen genug Zeit haben, sich ans Fliegen zu gewöhnen. Bei Starts mit der Winde gibt es doch meist relativ kurze Flüge», sagt Oettli.

Wohnen auf dem Campingplatz

Die Jugendlichen wohnten während der Woche auf dem Camping beim Flugplatz, sie werden von Oettlis Frau Vreni bekocht. Auch sportliche Aktivitäten gehörten zur Lagerwoche. Zudem unternahm der Campleiter aufgrund des schlechten Wetters mit den Jugendlichen am Dienstag und Donnerstag auch Ausflüge.

Ende der Woche zieht er eine positive Bilanz: «Wir haben trotz unsicherer Wetterlage unser Flugprogramm durchgebracht, Zwischenfälle gab es keine», sagt Ernst Oettli. «Es war dieses Jahr eine sehr engagierte und interessierte Gruppe Jugendlicher.»