Amerika trifft Japan

Meditative Bilder stellt der in Illighausen lebende Künstler Loick Ségouin derzeit in der Kreuzlinger Galerie Rebhüüsli aus.

Jutta Cappel
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Kreuzlingen. Der gebürtige Franzose Loick Ségouin schwärmt für amerikanische Impressionisten, für japanische Gärten und fernöstliche Kalligraphien. Der Betrachter findet all dies in den «Meditationsblättern», die in der Kreuzlinger Galerie Rebhüüsli zu sehen sind.

An jenem schrecklichen 11. September 2001 war Ségouin in Chicago, und aus jener Zeit stammt sein Fundus von Hochhausfotos.

Über jenes gedankliche Raster legt er seine kleinformatigen Acrylschichten, und als Finish überzieht er die Bilder mit Kalligraphien. Jedes einzelne Bild ist Ségouin wichtig, unabhängig, ob er 24 oder 36 kleine Blätter patchworkartig zusammenfügt und damit Assoziationen zu Andy Warhols Bilderfolgen heraufbeschwört. Doch es sind die Impressionisten, für die sein Herz schlägt. Und die japanischen Gärten, nach deren Vorbild er seinen in Illighausen gestaltet.

Mehr oder weniger über die Mauer hinweg ist der Gemeindeammann David Tschudi zu Hause, der die Laudatio hielt und zeigte, wie sehr er sich mit dem Werk Ségouins beschäftigt. Er versetzte sich in die verschiedenen Ebenen der Arbeiten hinein, verfolgte die strenge Architektur im Bauhaus-Stil, entdeckte Rhythmen, Gesetze und Richtlinien.

Was auch Ségouin sagt: Eine Bildmitte existiert nicht, wohl aber eine Diagonale, darauf richtet der Künstler sein Augenmerk, und wer sich in die Arbeiten vertieft, versteht seine Aussage. Die ruhigen Meditationsbilder basieren auf Ton-in-Ton-Farben, bevorzugt ein indisches Rot, während die bewegten Gemälde auf Kontraste setzen. Was die Farbgebung anbelangt, lässt sich Loick Ségouin gern von Architekturzeitschriften inspirieren und verrät, er wäre gerne Innenarchitekt.

Die Werke von Loick Ségouin sind in der Galerie Rebhüüsli an der Hauptstrasse 55 in Kreuzlingen noch bis 3. April ausgestellt.

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