Altnau will Schulden abbauen

Die Ausgaben für die öffentliche Sozialhilfe haben sich in Altnau gegenüber dem vergangenen Jahr fast verdreifacht. Beeinflussen kann das die Gemeinde nicht. Auch weitere Kostentreiber belasten die Rechnung. Jetzt wird gespart.

Urs Brüschweiler
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ALTNAU. Heute abend werden Nägel mit Köpfen gemacht. Der Altnauer Gemeinderat berät über das Budget fürs kommende Jahr. Gut möglich, dass die Behörde dabei zum Schluss kommen wird, eine Steuerfusserhöhung sei nötig. Am Montagabend hatte Gemeindepräsident Hans Feuz nämlich im Rahmen einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung die aktuelle Finanzlage des Dorfes aufgezeigt.

Weitere Investitionen stehen an

«Wir haben in den letzten Jahren einiges investiert.» Und es stünden auch für die Zukunft noch weitere Projekte an. Beim Badeplatz etwa müsse die Infrastruktur den gestiegenen Ansprüchen und den vielen neuen Gästen angepasst werden. Beim Bauamt plane man in den kommenden Jahren eine Personalaufstockung. Im Neubau der Raiffeisenbank hat die Gemeinde angedacht, Räume für einen Generationen-Treffpunkt anzumieten. Der Schwimmsteg soll saniert werden und im nächsten Jahr will Altnau ein neues Kommunalfahrzeug anschaffen.

Sozialhilfekosten steigen massiv

Grosse Investitionen stehen auch in der gemeindeeigenen Liegenschaft Hotel Krone früher oder später an. «Wir schauen das derzeit genau an und planen verschiedene Varianten», erklärte der Gemeindepräsident. Die Sanierungskosten könnten irgendwo zwischen 500 000 und 2,5 Millionen Franken zu liegen kommen. «Bis im Februar liegen die Zahlen vor.» Die Frage nach einem Verkauf der «Krone» sei durchaus legitim. Auch wenn diese Möglichkeit beim Gemeinderat nicht sehr beliebt ist. «Wir werden diese Frage beantworten.» Ein weiterer Kostentreiber ist laut Feuz der öffentliche Verkehr. «Unsere Beiträge steigen aufgrund der übergeordneten Gesetzgebung, ohne dass wir mehr Leistungen erhalten.» Ebenfalls keinen Einfluss habe die Gemeinde auf die Kosten für die öffentliche Sozialhilfe. Hier erwartet Altnau aufgrund von Fremdplazierungen künftig massiv höhere Aufwände. «Mit dieser Situation müssen wir umgehen.» «Wir müssen sparen», lautet die Schlussfolgerung des Gemeinderates. Er hat für das Budget, über welches die Gemeindeversammlung im November befinden wird, auch Entlastungen in der Höhe von rund 200 000 Franken vorgesehen. «Das geht querbeet durch die Ressorts. Alle leisten ihren Beitrag», sagte Feuz. Auch wenn sich die Summe aus vielen kleineren Beträgen zusammensetze, «man wird das spüren». Offenbar hat er bereits negative Rückmeldungen von Betroffenen erhalten, wie er am Montagabend am Rande erwähnte.

Neben Minderausgaben rechnet Altnau aber dank des Bevölkerungswachstums auch mit etwa 120 000 Franken höheren Steuereinnahmen.