ALTNAU: Neuer Kindergarten in Mehrfamilienhaus

Nächstes Jahr erwartet die Primarschulbehörde viele neue Kindergärtler. Um eine nötige, dritte Abteilung einzurichten, kann sie für 870000 Franken einen Raum in der neuen Raiffeisen-Überbauung kaufen. Die Schulbürger waren klar dafür.

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Die Primarschulbehörde Altnau kann handeln. An der ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung am Donnerstag hat die Mehrheit der 47 Anwesenden einen Kredit in der Höhe von 870000 Franken bewilligt. Damit kann die Primarschule Stockwerkeigentum im Erdgeschoss in der neuen Raiffeisen-Überbauung kaufen und darin eine dritte Kindergarten-Abteilung einrichten, da in den nächsten Jahren deutlich mehr Kinder das Schulalter erreichen. Fünf Personen enthielten sich bei der Abstimmung, drei waren dagegen.

Präsident Harry Lüthi-Gantenbein freute sich über die Entscheidung und war sichtlich erleichtert. Zuvor hatte er einige Überzeugungsarbeit leisten müssen. Er stellte zwei Varianten für einen dritten Kindergarten vor: Einen Anbau an den bestehenden Kindergarten sowie das Stockwerkeigentum, welches sich gleich nebenan befindet. Ein Neubau wurde mit rund 1,6 Millionen Franken veranschlagt. «Dabei müssen wir bedenken, dass wir einen Teil der Spielwiese verbauen», sagte Lüthi-Gantenbein. Sollten die Schülerzahlen später wieder sinken, würde man auf einem zu grossen Gebäude sitzen, und der Spielplatz bleibe kleiner. Einige Schulbürger befanden die 1,6 Millionen Franken als zu überrissen. «Es gibt viele günstigere und schnellere Bauweisen, die der Art des heutigen Gebäudes jedoch nicht ähnlich sind», meinte ein Stimmbürger.

In einem Jahr ist es für das Stockwerkeigentum zu spät

Eine Frau fand, dass ihr alles zu schnell gehe. «Es wäre besser, sich mehr Zeit zu nehmen und nach einer guten Lösung zu suchen.» Schulpfleger Andreas Meyer entgegnete, dass man schon ein Jahr warten könne. Dann sei aber die Möglichkeit mit der Raiffeisen-Überbauung vertan. Eine Frau wollte wissen, ob das Primarschulhaus für die steigenden Schülerzahlen ausreiche. «Das müssen wir als nächstes abklären», sagte Lüthi-Gantenbein. «Zuerst müssen wir eine Lösung für den Kindergarten finden.» Eine andere Stimmbürgerin schlug vor, beim Primarschulhaus einen Neubau für alle Kindergärten und die Schule zu erstellen. Einige pflichteten ihr bei. «Das wäre eine Möglichkeit», meinte Lüthi-Gantenbein. «Das könnten wir anschauen, sobald wir eine Übergangslösung haben.» Es würde bereits ein Projekt für einen Primarschul-Anbau in der Schublade liegen. «Dieses wurde bisher einfach nicht realisiert.»

Es kristallisierte sich in der Diskussion schnell heraus, dass die meisten Anwesenden die Lösung mit dem Stockwerkeigentum als schnellste und einfachste anschauen, auch wenn noch viele Fragen offen sind. Es ist zum Beispiel nicht klar, ob es oberhalb des Kindergartens Wohnungen oder Büros gibt. «Nicht dass es noch zu Lärmklagen kommt», meinte ein Stimmbürger. Wo der Eingang hinkommen würde, steht auch noch nicht fest. Man möchte einen separaten für den Kindergarten, der es den Kindern ermöglicht, schnell auf den angrenzenden Spielplatz zu gelangen. Denn sie werden diesen mit den anderen Kindergärtlern teilen. Ein Problem stellt noch der gesetzlich vorgeschriebene überdachte Aussenplatz dar. «Wir sind da im Gespräch», versicherte Lüthi-Gantenbein.

Eine Stimmbürgerin fragte, warum man den Raum kaufen müsse und nicht mieten könne. «Das wäre möglich und würde rund 40000 Franken jährlich kosten», sagte der Präsident. «Der Vertrag wäre dann aber jederzeit kündbar.»

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch