Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTNAU: Ein Schweizer pfeift in China

Die Koffer packt er auf den letzten Drücker. Das Wichtigste: die Trillerpfeife, das Schiedsrichtertenue und das Reglement. Andreas Koch ist der einzige Schweizer an der Indoor-WM im Seilziehen.
Hana Mauder Wick
Andreas Koch in seinem WM-Outfit. (Bild: Hana Mauder Wick)

Andreas Koch in seinem WM-Outfit. (Bild: Hana Mauder Wick)

Hana Mauder Wick

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Aufgewachsen ist der Akkordmaurer in Zuben. Seit 1984 ist Andreas Koch Mitglied im Seilzieh-Club Altnau-Scherzingen. «Das ist ein echter Mannschaftssport. Jeder einzelne zählt, aber keiner sticht heraus», erklärt er seine Passion. Nach einer Verletzung im Jahre 2012 konnte er leider mit seiner Mannschaft nicht mehr an einem Strang ziehen. «Also entschied ich mich, die Ausbildung zum nationalen Schiedsrichter anzugehen.» 2015 bestand er die Ausbildung zum internationalen Schiedsrichter. Für Seilziehen legt er sich gern ins Zeug. «Ganz oder gar nicht lautet mein Motto», sagt er.

Englisch oder mit Händen und Füssen

Die Anfrage für die WM im Indoor-Seilziehen im chinesischen Xuzhou kam via Schweizer Verband. «Für die Indoor-Wettkämpfe fehlt es an Schiedsrichtern», erklärt Koch. Er ist der einzige Helvetier, der an der WM, die von heute Mittwoch bis Sonntag stattfindet, die Mannschaften im Blick behält. Vier Tage lang sorgt der 52-Jährige dafür, dass es fair und mit rechten Dingen zugeht. 20 Schiedsrichter aus aller Welt kommen auf dem Olympiagelände zum Einsatz. Zehn Einsätze pro Person und Tag sind geplant. «Wir reden Englisch so gut es geht. Oder halt mit Händen und Füssen.»

Die Planung ist etwas schwieriger als sonst

Bereits im Oktober letzten Jahres startete die Planung der Reise nach Xuzhou, das in der ostchinesischen Provinz Jiangsu liegt. «Ein Name, der wohl hier kaum jemandem etwas sagt. Aber es ist eine 10-Millionen-Stadt mit einem Olympiastadion», sagt Koch und schmunzelt. In seiner Funktion ist er schon an manchen Punkt der Welt gereist. Zuletzt nach Schweden und Amerika. Die Planung für China gestaltete sich allerdings etwas anspruchsvoller als gedacht. «Das liegt wohl daran, dass dieses Land zum ersten Mal eine Indoor-Weltmeisterschaft im Seilziehen durchführt. Die erste im asiatischen Raum überhaupt», erklärt er. «Keiner will sein Gesicht verlieren.» Kleinere und grössere Handicaps im Vorfeld sorgten hier und da für Nervosität.

Fürs Visum sind genaue Angaben nötig

«Zum Beispiel die Besorgung des erforderlichen Visums. Dafür brauchte es drei Anläufe bei der chinesischen Botschaft», sagt er. «Wir mussten genau angeben, in welchen Hotels wir übernachten und wohin wir allfällige Ausflüge planen.» Für ihren Einsatz erhalten die Schiedsrichter fünf Übernachtungen, Verpflegung und eine Teilzahlung an das Flugticket. Wie gut die Organisation vor Ort ausfallen wird, darauf ist der heute in Züberwangen wohnhafte Schiedsrichter gespannt. Für seinen Einsatz belohnt er sich mit einer zusätzlichen Woche in China. «Meine Lebenspartnerin und ich werden Land und Leute kennen lernen.»

Kein Reklamieren

Vor Ort gelten klare Regeln. «Beim Indoor-Seilziehen kommt es vor, dass einzelne Mannschaften ihre Gummisohlen mit einer Chemikalie behandeln, die sie rutschfest macht», erzählt Andreas Koch. Eine verbotene Praktik, die sich durch einen leicht chemischen Geruch verrät. Als Schiedsrichter müsse man also nicht nur die Augen offen halten, sondern auch eine gute Nase für die Tricks der Teilnehmer haben. «Generell gilt: Stand kontrollieren. Die Position der Hände beobachten. Absitzen ist tabu. Nachfassen ebenso.» Und: Beim Schiedsrichter dürfe man nicht reklamieren. (mau)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.