ALTNAU: Ein Ort für alle Generationen

Die Politische Gemeinde darf im neuen Raiffeisen-Gebäude Räume kaufen. Die Stimmbürger bewilligen den Kredit von 780000 Franken. Spielgruppe und Mittagstisch erhalten dort ein neues Zuhause.

Nicole D’orazio
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Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Viel Platz zum Spielen, Mittag­essen oder Jassen: Die Gemeinde Altnau darf in der neuen Raiffeisen-Überbauung Generationenräume realisieren. Die grosse Mehrheit der 126 Stimmbürger hat an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend dem Kredit von 780000 Franken zugestimmt und jubelte. «Die Räume sind direkt vom Dorfplatz zugänglich. So können die Toiletten zum Beispiel am Dorfmarkt oder der Innenraum bei Schlechtwetter genutzt werden», sagte Gemeindepräsident Heinz Feuz bei der Vorstellung. Ein Raum sei für die Spielgruppe vorgesehen. «Dazu wird es einen flexiblen Raum für den Mittagstisch geben. Dort sind natürlich auch andere Anlässe für Gruppen bis zu 30 Personen möglich. Aber keine Geburtstagspartys.» Ein Stimmbürger wollte wissen, ob die Gemeinde keine Miete verlange. «Wir wollen kein Geld damit verdienen. Die Gemeinde stellt die Räume zur Verfügung», erwiderte Feuz. Allerdings seien die Benutzer dazu angehalten, einen Beitrag an die Reinigung zu bezahlen.

Ein anderer Stimmbürger fragte, ob die Verhandlungen mit der Raiffeisenbank über den Preis abgeschlossen seien oder ob da nochmals nachgebessert werden könne. «Es kommt der Bank schliesslich entgegen, dass die Gemeinde dort etwas Gescheites macht», begründete der Altnauer. «Wir haben mit der Bank gut verhandelt und sie ist uns entgegengekommen», antwortete Feuz. Der Preis sei fair. Martin Häni, Verwaltungspräsident der Raiffeisen Regio Altnau, war im Plenum anwesend. «Es ist sinnvoll, wenn die Gemeinde Räume übernimmt. Wir glauben an Altnau und wollen einen Beitrag fürs Zentrum leisten. Das ist eine tolle Sache», sagte Häni.

Kritik, weil Spielgruppe einen eigenen Raum erhält

Eine Stimmbürgerin störte sich daran, dass der Spielgruppe fix ein Raum zur Verfügung gestellt wird. «Unter Generationenräume stelle ich mir etwas anderes vor. Die Räume sollten für alle zugänglich sein. Da muss die Spielgruppe halt aufräumen», meinte sie. Eine Frau wehrte sich für die Spielgruppe: «Sie sind sehr flexibel. Sie sind in den letzten neun Jahren sechsmal umgezogen.» Feuz sagte, dass der Raum natürlich nicht ausschliesslich für die Kinder gedacht sei und nach Vorankündigung auch von anderen genutzt werden könnte. Die Spielgruppe erhalte einfach die Möglichkeit, sich wohnlich einzurichten und auch Bilder aufzuhängen. Ein Stimmbürger erhielt Applaus für seine Wortmeldung: «Für die raumplanerische Entwicklung ist es eine sehr intelligente Entscheidung der Gemeindebehörde, die Räume zu kaufen. Es braucht Mut und bringt dem Dort etwas.»

Einstimmig wurde die Rechnung 2016 bewilligt. Diese schliesst besser als budgetiert mit einem Gewinn von rund 48000 Franken ab. Die Langzeitpflege und die soziale Wohlfahrt hätten deutlich mehr gekostet als angenommen. «Die Steuererträge ­haben uns aber gerettet», sagte Feuz. Es sei das Ziel, gezielt und aus eigener Kraft zu investieren und Schulden abzubauen.