ALTNAU: Ein Deal mit Gott

Ivan Trajkov löst per 1. August Matthias Loretan, der in Pension geht, als Leiter des Pastoralraumes ab. Der 40-Jährige arbeitet seit 15 Jahren in der Pfarrei St. Stefan in Kreuzlingen und freut sich auf die neue Aufgabe.

Nicole D’orazio
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Treffen in der Kirche Güttingen: Der Kreuzlinger Ivan Trajkov löst Matthias Loretan als Leiter des Pastoralraumes Region Altnau ab. (Bild: Donato Caspari)

Treffen in der Kirche Güttingen: Der Kreuzlinger Ivan Trajkov löst Matthias Loretan als Leiter des Pastoralraumes Region Altnau ab. (Bild: Donato Caspari)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch

«Ich habe meinen Deal mit Gott gemacht», sagt Ivan Trajkov und schmunzelt. «Einen sehr guten sogar.» Am 1. August übernimmt er die Leitung des katholischen Pastoralraumes Altnau von Matthias Loretan. Dieser wird pensioniert. «Die neue Führungsaufgabe erfüllt alle meine Vorstellungen, worüber ich sehr glücklich bin.» Ihm gehe es nicht primär um die Leitung an sich, sondern darum, für die Menschen da zu sein und den Glauben ins Zentrum zu stellen. Die Stelle im Pastoralraum Region Altnau sei für ihn zudem ideal, weil sie nicht weit von seinem heutigen Wirkungsort entfernt ist und er seine Frau und vier Kinder nicht aus ihrem Umfeld reissen muss. «Wir ziehen lediglich von Kreuzlingen nach Altnau. Das ist super.» Das werde jedoch erst in zwei Jahren der Fall sein, da das Pfarrhaus derzeit noch vermietet ist. Daher sei er bis dahin Leiter ad interim und könne erst von den Kirchbürgern gewählt werden, wenn er in einer der drei Gemeinden, die zum Pastoralraum gehören, wohnt.

Er wusste schon länger, dass ein Wechsel ansteht

Trajkov freut sich auf die neue Aufgabe. Er ist seit 15 Jahren als Pastoralassistent in der Pfarrei St. Stefan in Kreuzlingen angestellt. «Das Bistum hat mir schon länger signalisiert, dass es für mich Zeit wird, zu wechseln. Ich habe vom Rotationsprinzip gewusst, konnte das aber etwas hinauszögern», erzählt er. Als er von der frei werdenden Stelle hörte, wusste er: Das ist es. Der 40-Jährige dürfte zu einem späteren Zeitpunkt die Ausbildung zum Diakon beginnen. Vorher besucht er noch verschiedene Führungskurse.

Den Pastoralraum Region Altnau will er nicht umkrempeln. «Theologisch bin ich nicht weit von Matthias Loretan entfernt. Ich bin jedoch eine andere Person. Und so ein Wechsel ist für alle herausfordernd – für mich und für die Gläubigen.» Der Mazedonier rechnet mit einer Gewöhnungsphase von einem Jahr, um sich richtig einzuarbeiten. «Mein Vorgänger hinterlässt mir eine super Struktur. Er hat wertvolle Aufbauarbeit geleistet und ich darf auf ein tolles Team von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen zählen», schwärmt er. Die drei Pfarreien Altnau, Güttingen und Münsterlingen möchte er alle gleich behandeln. In Münsterlingen wünscht er sich eine engere Zusammenarbeit mit der Spitalseelsorge. «Die Klosterkirche soll noch stärker zu einem Ort, an dem man Kraft auftanken kann, werden», schildert er.

Den Fokus legt er auf die Familienarbeit

Allgemein möchte er den Fokus auf die Familienarbeit legen. «Sie ist wichtiger denn je und erreicht ein breites Publikum», begründet Trajkov. Wichtig ist ihm auch, dass möglichst viele Gläubige in der Pfarrei mit anpacken dürfen. In St. Stefan hat er damit gute Erfahrungen gemacht. «Wir sind schliesslich zusammen mit Gott unterwegs.» Es ist ihm daher auch wichtig, alle Gläubigen in der Kirche willkommen zu heissen. «Wir Katholiken sind kein Club von Auserwählten.»

Der Abschied von St. Stefan fällt ihm nicht leicht. «Es sind viele Freundschaften entstanden. Die Pfarrei ist sehr lebendig, ich bin sicher, dass die angefangene Arbeit sehr gut weitergeführt wird», meint Trajkov. Am 3. Juni wird er verabschiedet. «Ich bin jetzt schon aufgeregt.»