ALTNAU: Aus den Kirchgemeinden werden Pfarreien

Die Katholiken aus Altnau, Güttingen und Münsterlingen entscheiden über die Fusion.

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Am 21. Mai stimmen die katholischen Kirchbürger von Altnau, Güttingen und Münsterlingen an der Urne über die Fusion ihrer drei Kirchgemeinden ab. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Marc Derungs bereitet seit Juni 2016 den Zusammenschluss vor. Sie habe die jahrzehntelange bewährte Zusammenarbeit im gemeinsamen Seelsorgeverband weiterentwickelt und die geplante Fusion vorgeschlagen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Mehr Mitwirkung und Druck vom Kirchenrat

Der Zeitpunkt für eine Fusion sei ideal, lautete der Tenor an einer gemeinsamen Veranstaltung im letzten November. Handlungsbedarf bestehe einerseits, weil die drei Präsidenten ihr Amt niederlegten. Andererseits werde durch die Umstellung der Buchhaltung die Rechnungsführung ab 2018 in jedem Fall einer einzigen Person übertragen. Die fusionierte Kirchgemeinde biete den Kirchbürgern zudem mehr Mitwirkungsrechte als der heutige Zweckverband. Das Vorgehen entspreche dem neuen Kirchenorganisationsgesetz im Thurgau per 2020. Der kantonale Kirchenrat wolle dafür sorgen, dass die demokratischen Strukturen der Kirchgemeinden nicht durch eine Verbandsstruktur ausgehebelt werden. Im Seelsorgeverband Altnau-Güttingen-Münsterlingen finanziere heute die Verbandsebene alle relevanten Aufwände des Pastoralraums Region Altnau für Gottesdienste, Religionsunterricht, Diakonie, Gemeinschaft sowie für das Pastoralraumsekretariat. Dadurch gingen mehr als die maximal ­vorgesehenen 40 Prozent der Steuereinnahmen der beteiligten Kirchgemeinden an die Verbandsebene. Diese Obergrenze baue einen Fusionsdruck auf. Diesem begegnen die Behörden der Kirchgemeinden mit dem Antrag, der Fusionsvereinbarung per 1. Januar 2018 zuzustimmen. Aus den drei Kirchgemeinden würden dann Pfarreien, für deren Gestaltung und Aufgaben derzeit noch Freiwillige gesucht werden.

Der Zeitplan nach der Abstimmung sieht vor, dass am 4. Dezember eine ausserordentliche Versammlung der fusionierten Kirchgemeinde stattfindet. Dort wählen die Bürger die Behörde für den Rest der Amtsperiode bis Ende 2018 und legen das Budget, den Steuerfuss und die Organisation fest. Im Mai 2018 werden dann noch die letzten Rechnungen durch die alten Kirchgemeindeversammlungen abgenommen. (red)