Altes Handwerk begeistert Junge

Viele Besucher erlebten am Markt für historische Handwerkskünste in Kratzern bei Frasnacht Erfahrungen, die ihnen bislang unbekannt waren. Die Vielfalt an urtümlichem Handwerk wie die Herstellung eines Einbaums oder eines Trinkhorns interessierte insbesondere viele junge Besucher.
Rudolf Käser
Brot backen auf heissem Holz. (Bilder: Rudolf Käser)

Brot backen auf heissem Holz. (Bilder: Rudolf Käser)

Wer sich vom Pfahlbauer-Zeitalter über das Mittelalter bis zur Zeit des vorherigen Jahrhunderts einführen lassen wollte, lag am Wochenende beim Markt für historische Handwerkskünste genau richtig. Auf 30 Stationen wurde eine Vielfalt an Handwerk, teilweise mit althergebrachten Werkzeugen und Bekleidungen, demonstriert.

Einbaum bis zur Einwasserung

Von weitem wurden Besucher auf ein Zeltdorf mit zahlreichen Stationen aufmerksam. Beeindruckend waren Handwerker, die gleich nach dem Eingang, einen Baumstamm zum Einbaum aushöhlten.

«Ziel ist, dass wir den Einbaum bis am Sonntagabend einwassern können», meinte ein gut gelaunter Handwerker.

Im Zeltdorf wurde eine breite Vielfalt an handwerklichen Künsten aus längst oder erst kürzlich vergangenen Zeiten gezeigt. Kinder beschäftigten sich mit dem Raspeln, Feilen und Schleifen eines Kuhhorns, aus welchem ein Trinkhorn entstehen sollte. Andere Kinder übten sich in Geduld beim Herstellen von Ringelblumen-Salben. Das wurde ihnen von Frauen mit kompetentem Wissen vermittelt.

Jung und Alt lockte das Herstellen von Brot. Dies erstreckte sich vom Mahlen des Korns mit alten Mühlsteinen, bis zum Backen der Brote auf heissen Holzstücken.

Feuer und Flamme

Gerben von Kleidungsstücken aus Hirschhaut, Herstellen von Jagdwaffen wie Pfeilen und Bogen, Holzteller-Schnitzen mit alt hergebrachten Werkzeugen bildeten einige weitere Stationen, welche viele Leute immer wieder in Erstaunen versetzten. Eine der beliebtesten Stationen betreute der Obwaldner Martin Müller.

Der mit viel Fachwissen ausgestattete Innerschweizer entpuppte sich als Meister im Entfachen von Feuer in verschiedensten Varianten. «Um Feuer zu entfachen, sollte man eigentlich schottisches Blut in den Adern haben», lachte er.

Demonstration des Feuermanns

Martin Müller zeigte den überaus interessierten Besuchern, wie auch ein Obwaldner aus Holzspänen und Handfeuerzeugen ein Feuer entfachen kann.

Die Besucher entflammten sich rasch, als Martin Müller fragte: «Wenn ihr Lust habt, kann ich euch das Entfachen eines Feuers mit einem Holzstück auf einem Holzbrett zeigen.» Nach einer einleuchtenden Einführung hatte der Feuermann in Windeseile erst Rauch, dann Feuer entfacht. Über 80 Helfer betreuten die verschiedenen Stationen auf dem Markt.

Feuermann Martin Müller: Der Obwaldner entpuppte sich als Meister im Entfachen von Feuer.

Feuermann Martin Müller: Der Obwaldner entpuppte sich als Meister im Entfachen von Feuer.

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