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ALTERSWILEN: Wer den Gesslerkasten nicht grüsst

Am Samstag hat die Männerriege einen Apéro für bussgeschädigte Autofahrer veranstaltet, die vom Blitzkasten neben dem Schulhaus erwischt wurden. Sie richteten sogar einen Gesslerhut neben dem Kasten auf.
Desirée Müller
Ein Teil der Zuschnellfahrer vor dem Gesslerkasten in Alterswilen. (Bild: Desirée Müller)

Ein Teil der Zuschnellfahrer vor dem Gesslerkasten in Alterswilen. (Bild: Desirée Müller)

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Wer die Quittung des Strafzettels fürs Zuschnellfahren vorzeigte, bekam unter dem Veloständerdach der Schule eine Wurst, spendiert vom Männerturnverein (MTV). Es wurde laut gelacht, angestossen und eine Geschichte folgte der nächsten. Pesche Wirth wollte seiner Frau Blumen holen und schon in Gedanken bei ihr wurde er «fotografiert». Sebastian Biefer war nach einer Versammlung auf dem Weg nach Hause. «Ich studierte einer Sache nach – und schon hat es geblitzt». Sein Vater hätte ihn am Abend noch vor dem Radarkasten gewarnt. «Die Idee mit dem Gesslerhut finde ich lustig. Ich kenn die Geschichte aus dem Globibuch», sagt der 33-Jährige. Karin König aus Tägerwilen bestaunte das Farbkonzept der Mehrzweckhalle einen Moment zu lange und vernachlässigte den Tacho.

Das Gesprächsthema in der Gemeinde

Seit Dezember trifft es einen nach dem anderen – auch die Turner der Männerriege. «Woche für Woche diskutierten wir nach dem Turnen, wen es wieder erwischt hat. Da kam der Vergleich mit dem Gesslerhut auf», erklärt Fritz Weigle den Ursprung der Idee. Wer dem Blitzer nicht die Ehre erweist und das Tempolimit einhält, wird mit einer Busse bestraft. Kurzerhand rammten Weigle und seine Kollegen einen fast drei Meter hohen Pfahl in die Erde neben dem Blitzer und setzten ihm den neuzeitlichen Gesslerhut auf. Es ging nicht lange, bis die Feuerwehr sich meldete. Bald kam auch die Lehrerschaft auf die Männerriegler zu. «Sie sind der Meinung, dass wir mit der Aktion die Polizei verhöhnen», sagt Turner Ruedi Schnyder. So sei es aber nicht gemeint. Mit dem «Gesslerkasten» wollte der MTV alle Zuschnellfahrer hochnehmen. Die meisten von ihnen eingeschlossen. «Es kam niemand zu Schaden und daher ist es absolut ok, über unsere Vergehen zu lachen», ist Pesche Wirth überzeugt. Dass der Standort des Blitzers vor der Schule sinnvoll ist, sind sich alle einig. Bei den meisten handelte es sich um wenige Stundenkilometer, die sie überschritten haben. Ein zweites Mal soll es ihnen aber doch nicht mehr passieren.

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