Alles hat seine Ordnung

Bischofszeller Bürgerinnen und Bürger holten an Silvester im Rathaus den Bürgernutzen ab. Erstmals dabei waren auch Haldener und Schweizersholzer.

Werner Lenzin
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Walter Bollier überreicht August Biedermann den Bürgernutzen. (Bild: Werner Lenzin)

Walter Bollier überreicht August Biedermann den Bürgernutzen. (Bild: Werner Lenzin)

BISCHOFSZELL. Eine lange Kolonne bildet sich am Silvestertag um halb zwei Uhr auf der Treppe zum Bischofszeller Rathaus. Eingereiht unter die Wartenden hat sich auch Stadtammann Josef Mattle mit Gattin Lisa. Der Grund für diese Menschenansammlung ist den Bischofszeller Bürgerinnen und Bürgern bekannt: Die 411 Nutzungsberechtigten ab dem 16. Altersjahr haben das Anrecht auf drei Flaschen Wein oder Traubensaft, ein Pfund Bürgerwürste und ein Pfund Brot.

Der Bürgerrat tagt

Bereits eine halbe Stunde zuvor trifft sich im kleinen Nebenraum des Foyers der Bürgerrat: Bürgerpräsident Klaus Stürm, Ernst Engeler, Vizepräsident, Walter Bollier, Waldpräsident, Monika Schenk, Museumsvertreterin, und Urs Burkhart von Schweizersholz. Man trifft die letzten Vorbereitungen und kostet nochmals fachmännisch den im August ausgelesenen Bürgerwein mit seiner schmucken Etikette, einen «Negroamaro Salento 2011». Laut Stürm wechselt man jedes Jahr ab zwischen einem europäischen und einem einheimischen Wein. «Dieser bekömmliche Wein hat uns überzeugt», betont der Bürgerpräsident.

«Früher wurde der Wein im Rathaus eingenommen, doch das führte mit der Zeit zu einem Besäufnis. Ein damit zusammenhängender Unfall veranlasste den damaligen Bürgerrat, den Wein nach Hause mitzugeben», weiss Klaus Stürm.

Aus Halden und Schweizersholz

Bald wird es laut im Foyer des Rathauses, und alle nehmen ihren Platz ein: Bürgerweibel Christoph Huber zeichnet zusammen mit Urs Burkhart und Elmar Hengartner für die Abgabe des Weines verantwortlich, Walter Stürm und Ernst Engeler verteilen die von Metzger Hermann Neff hergestellten Bürgerwürste, und Walter Bollier verteilt das Brot von Bäcker Peter Huber aus Halden.

Erstmals dabei sind dieses Jahr 38 Bürger aus Halden und 45 aus Schweizersholz, die nach der Zusammenlegung ihrer Bürgergemeinden nun auch zu Bischofszell gehören. «Biedermann August, einmal Wein und einmal Traubensaft», sagt Bürgerschreiberin Cornelia Messerli. Alles hat seine Ordnung, die Abgabe an Bürgerinnen und Bürger erfolgt alphabetisch.