Alles andere als willkürlich

An einem Vortrag der CVP informierte Claudia Semadeni über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

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Im Gegensatz zur früheren Vormundschaftsbehörde könne die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) im Erwachsenenschutz viel gezielter und individueller die erforderlichen Massnahmen anordnen, sagte Claudia Semadeni in ihrem gutbesuchten Vortrag im «Trauben». Es gelte der Grundsatz: So viel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich.

Zum Wohl und zum Schutz hilfsbedürftiger Personen

Semadeni, die Präsidentin der Kesb Weinfelden ist, illustrierte die Möglichkeiten anhand typischer Fälle aus ihrem Berufsalltag. Erwachsenenschutzmassnahmen würden das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherstellen.

Die Aufgaben und die Kompetenzen der Kesb sind im Zivilgesetzbuch detailliert festgelegt. Was in der Presse oft als willkürliches Handeln dargestellt werde, basiere auf gesetzlich geregelten Verfahrensbestimmungen, sagte Semadeni. Vor der Anordnung einer Massnahme habe die Kesb den Betroffenen das «rechtliche Gehör» zu gewähren. Sie können also Stellung nehmen. Wenn sie mit dem Entscheid der Kesb nicht einverstanden sind, können sie beim Obergericht und allenfalls auch beim Bundesgericht Beschwerde erheben.

Rechtzeitig Vorsorge treffen

Ein wichtiges Thema am Vortrag war auch die Rolle, welche der Kesb zukommt, wenn eine erwachsene Person urteilsunfähig wird. Um zu vermeiden, dass die Kesb eine behördliche Massnahme anordnet, hat jede Person die Möglichkeit, vor Eintritt der Urteilsunfähigkeit schriftliche Vorkehrungen zu treffen. Das wichtigste Dokument in diesem Zusammenhang ist der Vorsorgeauftrag, erklärte Semadeni. (red.)