Alles andere als altmodisch

Mit Dorin Grama hat der Handharmonika-Club Kreuzlingen einen neuen Dirigenten gefunden. Das kleine Orchester übt fleissig für sein Jahreskonzert sowie das Eidgenössische in Disentis.

Nicole D'orazio
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Der neue Dirigent Dorin Grama und die Mitglieder des Handharmonika-Clubs Kreuzlingen üben konzentriert an ihren Stücken. (Bild: Nana do Carmo)

Der neue Dirigent Dorin Grama und die Mitglieder des Handharmonika-Clubs Kreuzlingen üben konzentriert an ihren Stücken. (Bild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Die Suche war nicht ganz einfach. Nach 17 Jahren hörte der Dirigent des Handharmonika Clubs Kreuzlingen auf. «Da Victor Sepúlveda an der Musikhochschule im deutschen Trossingen war, haben wir dort inseriert», erzählt Vereinspräsidentin Petra Rindlisbacher. Und sie hatten Glück. Es gab mehrere Bewerber, und der Verein war sich bald mit Dorin Grama einig.

Seit April leitet der 27-Jährige nun das kleine Orchester. Grama stammt aus Moldawien und studiert seit fünfeinhalb Jahren in Trossingen, das bei Villingen liegt. «Mein Vater war bereits Akkordeonist», erzählt er. «Bei uns ist es ein Volksinstrument und zeichnet sich dadurch aus, dass es sehr vielseitig eingesetzt werden kann.» Zuerst belegte er am Musikgymnasium klassisches Akkordeon im Hauptfach, ehe er dann in Trossingen Jazz-Akkordeon und elektronische Tasteninstumente zu studieren begann. Grama hat bereits mehrere Preise an internationalen Wettbewerben gewonnen. Zum Beispiel die Trophée Mondiale Variété 2010.

Mit dem Niveau zufrieden

Beim Kreuzlinger Verein gefällt es dem Moldawier. «Die Leute sind nett, und wir verstehen uns.» Auch mit dem Niveau des Orchesters ist er zufrieden. «Üben muss man immer, aber wir können gut miteinander arbeiten. Und ich lerne auch viel.» Denn im Dirigieren hat Grama noch eher wenig Erfahrung. «Mir gefällt es, nicht nur selber zu spielen, sondern auch andere anzuleiten», sagt der Moldawier.

Auch die Akkordeonspieler sind mit dem Neuen zufrieden. «Ich finde die Zusammenarbeit spannend, weil Dorin selber auch aktiver Spieler ist. Er gibt uns andere und neue Inputs als unser früherer Dirigent und hat logischerweise einen eigenen Stil», sagt Rindlisbacher. Sie hofft, dass die Zusammenarbeit langfristig anhält.

Ein vielseitiges Repertoire

Das Orchester übt fleissig für sein Konzert am kommenden Sonntag. «Ich bin nicht nervös, weil ich weiss, dass wir gut vorbereitet sind», sagt Grama. Die Zuhörer erwartet ein vielseitiges Programm. «Es ist ein Klischee, dass wir nur Volksmusik spielen. Das stimmt nicht. Das Akkordeon ist ein sehr vielseitiges Instrument», sagt Rindlisbacher. Man habe Pop, Klassik, Jazz oder auch Tango im Repertoire.

Das Konzert ist eine erste Standortbestimmung für das Eidgenössische in Disentis im nächsten Jahr. «Es wäre schön, wenn wir ein paar Spieler mehr wären. Wir haben auch Gitarre, Schlagzeug und Keyboard im Orchester. Bei uns kann jeder mitmachen», sagt Rindlisbacher.

www.hckreuzlingen.ch