Alle wollen in den Jurten schlafen

SALMSACH. Es war eine erste «tolle Saison» für Sabrina Hiller mit ihren Jurten in der Salmsacher Bucht. Sie geht jetzt sogar in die Verlängerung und empfängt Gäste bis Ende Jahr. In einer kleinen Gaststätte gibt es Getränke aus aller Welt.

Luisa Gomringer
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Sabrina Hiller steht in einer der Jurten, die für Übernachtungen angeboten werden. (Bild: Reto Martin)

Sabrina Hiller steht in einer der Jurten, die für Übernachtungen angeboten werden. (Bild: Reto Martin)

Man kann in der Salmsacher Bucht auch im Winter die Seele baumeln lassen. Und das sogar sehr gemütlich. Jurten-Besitzerin Sabrina Hiller hat Rücksprache mit der Gemeinde gehalten und darf ihren Betrieb bis Ende Jahr weiterführen. Allerdings in reduziertem Umfang. «Ich habe die trockenen Tage genutzt und zwei der drei Jurten abgebaut», sagt Sabrina Hiller. Das verbliebene Rundzelt hat Platz für vier Personen und verfügt über einen Schwedenofen, so dass die Gäste auch in der Weihnachtszeit nicht frieren müssen.

Nach einer zweimonatigen Pause geht es dann im März in die zweite Saison– vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Erwartungen übertroffen

«Es war ein toller Sommer, und meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen», sagt Sabrina Hiller. Seit dem siebten Juli übernachten Gäste aus aller Welt in der Salmsacher Bucht. Holländer, Italiener, Amerikaner – die spartanisch eingerichteten Rundzelte ziehen viele an. «Vom Juli bis Mitte September waren alle drei Jurten durchgehend besetzt», sagt Hiller.

Sie hat in ihrer ersten Saison tolle Leute kennengelernt. Ein paar Erlebnisse sind ihr besonders geblieben: « Zwei Amerikaner aus Arizona besuchten im Juli die Velo-Messe in Friedrichshafen. Sie blieben gleich für eine Woche. Eines Abends wollten sie unbedingt eine schweizerische Spezialität probieren. «Mir kam nichts anderes als ein Fondue in den Sinn, und so genossen die zwei bei 30 Grad es auf ihren Liegestühlen vor der Jurte», erinnert ich Sabrina Hiller und muss schmunzeln.

Auch bei einem Hochzeitsantrag durfte die Jurten-Besitzerin vor zwei Wochen dabei sein. Eine St. Gallerin führte ihren Partner mit einer Schnitzeljagd zu den Jurten, wo ein Weg aus Teelichtern zu einem Lagerfeuer führte. «Das Paar hat anschliessend hier übernachtet– das war ein ganz spezieller Moment für mich», erinnert sich Sabrina Hiller. Die Jurten-Besitzerin hofft natürlich auf noch viele solcher Momente. Und es ist ihr ein Anliegen, ihre bisherigen Erfahrungen, die sie mit Menschen aus aller Welt machen durfte, zu teilen. «Ich weiss, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, so viele Vertreter unterschiedlicher Nationen kennenzulernen, und deshalb habe ich mir etwas Spezielles ausgedacht.»

Getränke-Gäste-Wand

Die Rede ist von einer Getränke-Gäste-Wand. Sie steht in der grossen Haupt-Jurte und ist voll von Bieren, Gebranntem und Weinen aus Ländern, von wo sie in ihrer ersten Saison Gäste zu Besuch hatte. «So können auch andere Leute ein kleines Stück weit das erleben, was ich bis jetzt erleben durfte», sagt Sabrina Hiller. Und sie hofft, dass die Wand weiter wächst.

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