Alle Kulturgüter an einem Ort

Kreuzlingen benötigt einen Kulturgüterschutzraum, den die Stadtverwaltung, die hiesigen Museen sowie Vereine nutzen können. Eine Lösung wäre vorhanden. Der Gemeinderat stimmt nächste Woche über einen Kredit von 400 000 Franken ab.

Nicole D'orazio
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Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Freizeit. (Archivbild: Reto Martin)

Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Freizeit. (Archivbild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Die städtische Kunstsammlung lagert seit zehn Jahren im Tresorraum des ehemaligen Bankvereingebäudes. Die Räume sind klein, und grössere Gegenstände passen nicht durch den engen Zugang. Die rund 500 Bilder, Möbelstücke und Kunstobjekte können nicht fachgerecht gelagert werden. Das Museum Rosenegg lagert seine Ausstellungsstücke an fünf verschiedenen Orten und sucht seit Langem nach einer Lösung. Das Seemuseum hat gar keinen Lagerraum. «Der Bedarf, einen Ort für alle Kulturgüter der Stadt zu haben, besteht seit Langem», sagte Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Freizeit, an der gestrigen Medieninformation.

Schutzraum steht zur Verfügung

Schweizweit verändert sich das Zivilschutzwesen, und viele Schutzräume entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. So auch die stillgelegte Sanitätshilfestelle Ost, die sich unter dem Schulhaus Seetal befindet. «In Aadorf besteht ein kantonaler Kulturgüterschutzraum, den wir uns als Beispiel angeschaut haben. Als uns dann die Sanitätshilfestelle Ost zur öffentlichen Nutzung angeboten wurde, war das die ideale Lösung.»

Am kommenden Donnerstag befindet der Gemeinderat über einen Kredit in der Höhe von 400 000 Franken für die baulichen Massnahmen zur Umnutzung des Raumes. Der Bund bezahlt 36 000 Franken für Demontagen, und der Kanton Thurgau beteiligt sich mit 120 000 Franken an den Projektkosten. Das Einverständnis der Primarschulgemeinde Kreuzlingen, unter Berücksichtigung der Aktivitäten des Schulbetriebs, liegt ebenfalls vor.

Kulturgüter besser nutzen

«Das Ziel ist, die vielen Kulturgüter, die momentan nicht gut aufgehoben sind, besser zu nutzen, da man sie besser verschieben kann», sagte Dorena Raggenbass. Im neuen Schutzraum werden den verschiedenen Parteien separate Abteile zugesprochen, die auch alle einzeln zugänglich sind. «Nebst den zwei Museen wird es auch Platz für Vereine, die alte Dokumente zum Aufbewahren haben, geben.» Auch eine gewisse Reserve ist einkalkuliert.

Mit dem Umbau könnte sofort begonnen werden. Während der Sommerferien könnten emissionsreiche Arbeiten getätigt werden. «Der Umzug wäre dann noch Ende Jahr vorgesehen.»