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Alle Bachforellen sind tot

OPFERSHOFEN. Am Freitag verendeten im Giessen auf einer Länge von sieben Kilometern Tausende Fische. Ursache des grossen Sterbens war vermutlich eine giftige Flüssigkeit. Das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau sucht noch immer den Verursacher.
Esther Simon
Tote Bachforellen am Ufer des Giessen am letzten Freitag. Weshalb die Fische verendeten, ist noch unklar. (Bild: Hansruedi Herzog)

Tote Bachforellen am Ufer des Giessen am letzten Freitag. Weshalb die Fische verendeten, ist noch unklar. (Bild: Hansruedi Herzog)

Markus Grünenfelder ist Fischereiaufseher für Sitter, Thur und Murg samt Zuflüssen. Der Märstetter ist seit dreissig Jahren im Dienst und gewiss kein Mann der grossen Worte. Aber nach der Gewässerverschmutzung vom letzten Freitag im Giessen platzt ihm fast der Kragen. «Tausende von Bachforellen und kleinere Fische sind verendet», sagt er, «und wir kennen den Verursacher bis heute nicht.»

Grünenfelder geht davon aus, dass auf einer Länge von sieben Kilometern – von Opfershofen bis zum Feldhof – sämtliche Bachforellen getötet wurden. Nur ein paar karpfenartige, weniger empfindliche Fische hätten überlebt. «Es ist einer der happigeren Fälle in den letzten Jahren», sagt der Fischereiaufseher.

Meldung kam um 9 Uhr

«Um 9 Uhr am letzten Freitag ging der Alarm bei der Notrufzentrale ein», sagt Urs Helfenstein. Er leitet das Ressort Umweltgefährdung im Amt für Umwelt des Kantons Thurgau. Ein Fischpächter des Fischereivereins Weinfelden meldete, dass im Giessen bei Opfershofen tote Fische lägen.

Fischereiaufseher Roman Niedermann aus Ermatingen, der an diesem Tag die Stellvertretung für Markus Grünenfelder übernommen hatte, konnte an Ort und Stelle ein paar Fische retten. Den Rest besorgten Mitglieder des Fischereivereins Weinfelden. «Sie sammelten die toten Tiere und entsorgten sie ordentlich in der Tierkörpersammelstelle», sagt Grünenfelder, «die Männer haben damit der Öffentlichkeit einen grossen Dienst erwiesen.»

An drei Orten wurden am Freitag Wasserproben entnommen. Diese Proben untersucht ein Speziallabor in Zürich. Ein Resultat lag am Dienstagabend noch nicht vor. Markus Grünenfelder geht davon aus, dass «eine grosse Menge Chemikalien in den Giessen gelangte, und zwar mit einem ungeheuren Stoss». Um 17.30 Uhr am letzten Freitag ging eine weitere Meldung über tote Fische ein, dieses Mal bei der Mündung des Chrummbaches in den Giessen. Grünenfelder: «Wir gehen davon aus, dass dort der Ursprung des Fischsterbens ist.»

Verursacher unbekannt

«Wir waren dann am Montagnachmittag nochmals unterwegs und haben jeden Schachtdeckel gehoben, aber keinen Hinweis gefunden», sagt Grünenfelder. Es seien auch wieder Wasserproben genommen worden. «Dass wir nicht wissen, wer das Fischsterben verursacht hat», ist für den Fischereiaufseher ein grosses Problem. «Wir haben jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet.» Möglicherweise habe jemand aus Unwissenheit oder aus Fahrlässigkeit gehandelt, «vielleicht war es auch ein Unfall». Von fünfzehn Gewässerverschmutzungen pro Jahr im Kanton Thurgau könnten etwa in drei Fällen die Verursacher nicht ermittelt werden, sagt der Fischereiaufseher.

Neue Fische im Giessen

Nach dem grossen Sterben von letzter Woche wird nun im Giessen der Fischbestand mit Brütlingen wieder aufgebaut. Ausgesetzt werden wieder Bachforellen. Grünenfelder: «Die Bachforellen sind ein wichtiger und zuverlässiger Indikator für Mensch und Umwelt. Geht es ihnen schlecht, geht es auch der Umwelt nicht gut.» Die am Freitag verendeten Bachforellen waren bis zu 35 Zentimeter lang.

Verschmutzt: Die Mündung des Chrummbachs in den Giessen. (Bild: Hansruedi Herzog)

Verschmutzt: Die Mündung des Chrummbachs in den Giessen. (Bild: Hansruedi Herzog)

Urs Helfenstein (Bild: es.)

Urs Helfenstein (Bild: es.)

Markus Grünenfelder (Bild: es.)

Markus Grünenfelder (Bild: es.)

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