Alfred Wüst geht aufs Ganze

SALMSACH. Der Salmsacher Alfred Wüst fühlt sich von der Gemeinde und der Thurgauer Justiz ungerecht behandelt. Er versucht deshalb seit Jahren, sie zur Rechenschaft zu ziehen. Bis jetzt ohne Erfolg. Doch der Unternehmer gibt nicht auf.

Markus Schoch
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Alfred Wüst im Wattgraben, den die Gemeinde zu einer Art Kanalisation erklären wollte, um bei ihm Gebühren eintreiben zu können. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Alfred Wüst im Wattgraben, den die Gemeinde zu einer Art Kanalisation erklären wollte, um bei ihm Gebühren eintreiben zu können. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Alfred Wüst will endlich Gerechtigkeit. Seit 2009 liegt er im Streit mit Behörden und Gerichten wegen einer Strafanzeige gegen die Gemeinde Salmsach, den Chef eines Ingenieurbüros und das Verwaltungsgericht, denen er Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung, Betrug und Beihilfe zum Betruf vorwirft (wir berichteten). Doch passiert ist nichts. Überall stösst der Unternehmer auf taube Ohren.

Dabei hat Wüst nichts unversucht gelassen, die zuständigen Stellen auf Trab zu bringen. Die Korrespondenz umfasst Hunderte von Seiten. Zuletzt gelangte er sogar an den Grossen Rat, in den er grosse Hoffnungen setzte. Aber auch das Parlament liess ihn auflaufen. Vom Bezirksamt musste er sich anhören, mit seinem «Rundumschlag die Grenze zum Rechtsmissbrauch mehr als zu ritzen» und das Strafrecht «zweckwidrig zu instrumentalisieren».

Verdacht auf Korruption

Wüst lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Er sei kein Querulant, stellt er klar. Und er gibt auch nicht klein bei. Im Gegenteil: Der Salmsacher geht jetzt gegen alle vor, von denen er sich im Stich gelassen fühlt. «Es darf doch nicht sein, dass der Staat die Bürger so hintergehen kann.» Wüst hat kurz vor Weihnachten beim eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement Strafanzeige eingereicht gegen den Grossen Rat, die Justizkommission, die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission, den Thurgauer Regierungsrat, das Departement für Justiz und Sicherheit, das Obergericht, den Generalstaatsanwalt, die Staatsanwaltschaft und das Bezirksamt Arbon. Wüst geht hart ins Gericht mit ihnen: Es bestehe der Verdacht auf Korruption, Verstoss gegen die Verfassung, Falschaussage, Amtsmissbrauch und Verschleppung – um nur einige der Vorwürfe zu nennen.

Alle stecken unter einer Decke

Wüst verlangt, dass eine Untersuchung eingeleitet wird, der Grosse Rat seine Aufsichtspflicht wahrnimmt und sich die Staatsanwaltschaft an die Arbeit macht.

Was er einfach nicht begreifen kann: Seine beigebrachten Unterlagen, die den Tatbestand der Urkundenfälschung belegen sollen, würden von allen bewusst und systematisch ignoriert. Statt die Beweise zu widerlegen, verweigere man ihm am Schluss immer eine Antwort. Was Wüst stutzig macht. «Wäre alles mit rechten Dingen zugegangen, müsste doch niemand die Strafuntersuchung fürchten.»

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