Alarmsignal der höchsten Stufe

Der Gemeindeammann will nicht freiwillig abtreten. Sein Vize fühlt sich deshalb nach 32 Jahren im Gemeinderat in der Pflicht, gegen ihn anzutreten, um wieder für Ruhe im Dorf zu sorgen. In Salenstein liegen die Dinge massiv im argen, die Stimmung ist am Tiefpunkt angelangt.

Urs Brüschweiler
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Der Gemeindeammann will nicht freiwillig abtreten. Sein Vize fühlt sich deshalb nach 32 Jahren im Gemeinderat in der Pflicht, gegen ihn anzutreten, um wieder für Ruhe im Dorf zu sorgen. In Salenstein liegen die Dinge massiv im argen, die Stimmung ist am Tiefpunkt angelangt.

Roland Streit übernahm vor vier Jahren das Gemeindeammannamt vom legendären Peter Forster. Dieser hatte die wohlsituierte Gemeinde am Untersee davor sagenhafte 32 Jahre regiert. Doch mit dem Neuen kam bei vielen die Unzufriedenheit. Die Gemeindeversammlungen wurden zum Spiessrutenlauf für die Behörde. Aus der Bevölkerung hagelte es Kritik an den Kosten und der mangelhaften Kommunikation der Verwaltung. Transparenz und Offenheit gehören definitiv nicht zu den Stärken des Gemeindeammanns.

Nach Güttingen und Märstetten probt nun mit Salenstein eine weitere Gemeinde den Aufstand gegen ihren Ammann, und zwar demokratisch legitim, anlässlich der Gesamterneuerungswahl. Dieselben Leute, welche Streit vor vier Jahren vorschlugen, wollen ihn nun wieder weghaben. Das ist ein Alarmzeichen der allerhöchsten Stufe für den Amtsinhaber.

Für den Gemeindeammann wird es eng werden. Sein Gegenkandidat, Roland Nothhelfer, ist ein Salensteiner Urgestein, und eigennützige Motive hat der 63-Jährige sicher keine. Roland Streit hat noch zwei Monate Zeit bis zur Wahl. Die sollte er tunlichst nutzen, Transparenz und Goodwill zu schaffen, will er im Amt bleiben.

urs.brueschweiler @thurgauerzeitung.ch