«Akte Bad» ist nicht geschlossen

Nach der Ablehnung des Schwimm- und Freizeitbades Egelsee geht es nun darum, was mit der Vorfinanzierung und dem Steuerfuss Kreuzlingens passiert. Ein neues Projekt will Stadtammann Andreas Netzle nicht ausschliessen.

Nicole D'orazio
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Andreas Netzle Stadtammann Kreuzlingen (Archivbild: Donato Caspari)

Andreas Netzle Stadtammann Kreuzlingen (Archivbild: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. Die Enttäuschung über die Ablehnung des neuen Schwimm- und Freizeitbades Egelsee durch das Kreuzlinger Stimmvolk ist etwas verdaut. Nun geht es darum, in die Zukunft zu blicken. «Finanzpolitisch müssen im Rahmen des Budgets 2015 zwei Fragen geklärt werden: Einerseits ob die Vorfinanzierung aufgelöst werden soll, und andererseits, ob das Nein eine Auswirkung auf den Steuerfuss hat», sagt Stadtammann Andreas Netzle auf Anfrage. Die vorfinanzierten 4,5 Millionen Franken könnten bestehen bleiben, sollte man sich für die Erarbeitung eines neuen Projektes entscheiden. «Ganz streng genommen, müsste aber die Summe aufgelöst werden.» Die Entscheidung liege beim Gemeinderat, sagt Netzle.

Steuerfuss so belassen

Den Steuerfuss so kurz nach der Ablehnung zu senken, hält der Stadtammann für verfrüht. «Wir müssen zuerst schauen, wie es weitergeht.» Es sei jedoch denkbar, dass in der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag, an der über das Budget 2015 debattiert wird, ein Antrag auf Steuersenkung gestellt werde. «Damit könnte auch im Hinblick auf die Volksabstimmung über das Budget am 30. November Druck aufgebaut werden.»

Neues Projekt möglich

Da der Bedarf an zusätzlicher Wasserfläche praktisch unbestritten war, hält Netzle es für möglich, dass ein neues Hallenbad-Projekt ausgearbeitet wird. «Wir werden nun rasch mit allen Seiten, die Beiträge ans Bad gesprochen haben, Kontakt aufnehmen.» Entscheidend sei, ob der Kanton nun tatsächlich sein Bad in der Pädagogischen Maturitätsschule saniere oder ob Spielraum für eine andere Lösung bestehe.

Rasch mit der Schule sprechen

«Auch müssen wir jetzt rasch mit der Schulgemeinde darüber sprechen, was sie nun mit ihrem Thermalbad Egelsee vor hat», sagt Netzle. Beim Bund werde ebenfalls nachgehakt, ob es auch später noch Fördergelder gebe. «Sollten wir zum Schluss kommen, ein neues Projekt anzugehen, werden wir die Nachbargemeinden sehr frühzeitig einbeziehen», sagt er.

Ob die Annahme der Attraktivitätssteigerung für fünf Millionen Franken bedeute, dass sich die Stimmbürger ein kleineres und billigeres Hallenbad-Projekt oder einfach einen Ausbau der Sauna wünschen, kann Netzle nicht sagen. «Das ist schwierig zu interpretieren.» Vom Gemeinderat erhofft er sich nun Signale, wie in der Sache weiter verfahren werden soll.