ABSTIMMUNG: Primarschule kann nicht bauen

Die Stimmbürger aus Dozwil und Kesswil lehnten am Mittwochabend den Kredit von knapp 1,7 Millionen Franken zur Erweiterung der Schulanlage in Kesswil ab.

Trudi Krieg
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Christian Rumpf folgt auf Edith Tanner im Präsidium. (Bild: Trudi Krieg)

Christian Rumpf folgt auf Edith Tanner im Präsidium. (Bild: Trudi Krieg)

Der letzte Auftritt von Edith Tanner als Präsidentin der Primarschulgemeinde Dozwil-Kesswil endete mit einer Enttäuschung. An der Schulgemeindeversammlung verwarfen die Schulbürger den Baukredit in der Höhe von 1,695 Millionen Franken für den Erweiterungsbau der Primarschule Kesswil mit 70 Nein- zu 50 Ja-Stimmen. Der Entscheid fiel in geheimer Abstimmung auf Antrag von Thomas Roth.

Es lag weniger am Projekt von Architekt Hanspeter Hug für den Anbau an das bestehende «neue Schulhaus». In der Diskussion wurden vielmehr Zweifel geäussert, ob ein solcher Bau überhaupt nötig sei.

Ungewisse Zukunft

Die Schülerzahlen seien rückläufig, argumentierten die Gegner der Vorlage: «Wir haben jetzt eine aussergewöhnlich grosse Klasse, die im neuen Schuljahr in die Oberstufe Dozwil kommt. Dadurch zeigt die Schülerzahlprognose in diesem Sommer leicht nach unten. Es ist ein einmaliger Knick. Wie die Schülerzahlen in ein paar Jahren aus­sehen werden, weiss niemand», hielt Edith Tanner den Skeptikern entgegen.

Es wäre nicht nur darum gegangen, mehr Platz zu schaffen, sondern um die Bereitstellung von neuen, der modernen Päd­agogik angepassten räumlichen Möglichkeiten. Dem Planungskredit in Höhe von 165 000 Franken hatte die Schulgemeinde­versammlung vor einem Jahr zugestimmt. Auf die Pläne könne später bei Bedarf zurückgegriffen werden, wurde versichert: «Die Pläne an sich bleiben, aber die Kosten müssten dann wieder neu berechnet werden», gab Schulpfleger Adrian Gut zu bedenken. «Für uns als Schulbehörde ist dieser Entscheid sehr bedauerlich. Wir müssen ihn zur Kenntnis nehmen. Ihr habt das letzte Wort», sagte Baukommissions-präsident Daniel Fey.

Auf Edith Tanner folgt Christian Rumpf

Alexander Leumann verabschiedete Edith Tanner. Er dankte ihr für ihr Engagement für die ­Jugend und für die Schule, einerseits als Lehrerin, andererseits als Präsidentin zuerst der Primarschulgemeinde Dozwil und in der dritten Amtsperiode der neuen Primarschulgemeinde Dozwil-Kesswil. Als ihr Amtsnachfolger wurde im Februar Christian Rumpf gewählt.

Schulpfleger Adrian Gut ging auf einzelne Posten der Rechnung ein, die mit einem Überschuss von 217 000 Franken ­abschliesst und einstimmig genehmigt wurde. Die Steuereinnahmen sind gut 100000 Franken höher als prognostiziert. Vor­ausgehend zur Diskussion über das Budget stellte Adrian Gut den Antrag, den Steuerfuss von 59 auf 57 Prozent zu senken. Der Steuerfuss war vor zwei Jahren um diese zwei Prozentpunkte erhöht worden, um die anstehenden Schulhausbauten zu finanzieren, die jetzt in Dozwil realisiert sind. Die Kosten für den Erweiterungsbau in Kesswil könne man streichen ebenso wie die Gelder für die Sondersitzungen. «Meine Frau wird sich freuen, wenn ich abends mehr zu Hause bin», ­gewann Gut der Situation etwas Positives ab. Er hatte vor der Abstimmung zu Weitsicht und Mut und einem Ja aufgefordert. Das Budget wurde einstimmig genehmigt.