Abschied vom «Schlössli»

Die Pächter Lisa und Uwe Schwierskott verlassen Bottighofen, wirten aber im Kreuzlinger «Löwen» weiter. Schluss mit dem Restaurationsbetrieb am See ist Ende September. Besitzer Philipp Schwarz sucht einen neuen Wirt.

Brigitta Hochuli
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Noch ist das «Schlössli» ihr Reich: Uwe und Lisa Schwierskott mit der siebenjährigen Tochter Leah. (Bild: Nana do Carmo)

Noch ist das «Schlössli» ihr Reich: Uwe und Lisa Schwierskott mit der siebenjährigen Tochter Leah. (Bild: Nana do Carmo)

Bottighofen. Lisa und Uwe Schwierskott müssen gehen. Der Vermieter des «Schlössli», Ifolor-Seniorchef Philipp Schwarz, hat den Pachtvertrag per Ende Jahr gekündigt. «Wir bedauern das sehr», sagt das Wirtepaar. Zusammen mit Restaurantleiter Thomas Haist hätten sie in den letzten sechseinhalb Jahren sehr viel Arbeit und Herzblut in den Betrieb gesteckt. Zu den Kündigungsgründen äussert sich Uwe Schwierskott nicht.

Kochkurse und Feiern

Den laufenden Betrieb wird Uwe Schwierskott Ende September einstellen. Ab Oktober bis Ende Jahr würden sie aber Kochkurse anbieten und die «Wirtschaft am Schlössli» für Feierlichkeiten oder Caterings öffnen. Auf jeden Fall weiterbetreiben werden die Schwierskotts den «Löwen» in Kreuzlingen. Dorthin werden sie auch die «Schlössli»-Klassiker wie zum Beispiel das «berühmte Wiener Schnitzel mitnehmen».

Offen für neue Herausforderung

Er könne sich dann auch ab Herbst wieder verstärkt um den «Löwen» kümmern und zusammen mit seiner Frau Lisa spannende Events organisieren, sagt Uwe Schwierskott. Darüber hinaus ist er ab Januar offen für eine neue Herausforderung. «Ich freue mich auf spannende Angebote im Bereich der Gastronomie, in denen ich mich und meine Erfahrung einbringen kann.»

Gerüchteküche

Das «Schlössli» wird nicht definitiv geschlossen. Dies stellt Gemeindeammann Urs Siegfried klar. «Die Gerüchteküche läuft scheinbar wieder auf Hochtouren», kommentiert er. «Es erfolgt lediglich ein Wirtewechsel, und zwar per Ende Jahr.»

Zu den Gründen für die Auflösung des Mietverhältnisses sagt «Schlössli»-Besitzer Philipp Schwarz lediglich, man habe dies «bilateral erläutert». Auch die Behauptung, das «Schlössli» werde jetzt definitiv geschlossen, weil die Gemeinde kein Anrecht auf einen Restaurationsbetrieb habe, wehrt er ab. «Schon 1997 – als wir das überschuldete und baufällige <Schlössli> erworben haben – wurde dasselbe kolportiert. Zu Gerüchten nehme ich aber grundsätzlich keine Stellung.» Philipp Schwarz verpachtet nicht nur das Restaurantgebäude, sondern wohnt auch im Haupthaus des Areals, das früher ein Hotelrestaurant war. Für ihn und seine Familie habe von Anfang an festgestanden, dass an dieser einmaligen Lage weiterhin Gastronomie betrieben werden müsse. «Und dies am besten Platz dafür, nämlich ganz vorne am Wasser zwischen Hafen und offenem See, wo früher Toiletten und Duschen untergebracht waren.»

Für den Lärm entschädigt

Die Frage, ob es nicht manchmal schwierig sei, neben einer Beiz zu wohnen, bejaht Schwarz. Die privilegierte Lage übers Jahr sowie die Ruhe im Winter kompensierten jedoch den Lärm im Sommer.

Weitergehen werde es mit dem Restaurantbetrieb «nach erfolgreichem Abschluss des Suchprozesses für einen neuen Wirt».