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Abschied aus der zweiten Reihe

Peter Alder war 32 Jahre lang als Gemeindeschreiber in Birwinken tätig – zuerst für die Munizipalgemeinde, danach für die Politische Gemeinde. Nun geht er in Pension und überlässt sein Büro der ehemaligen Apfelkönigin Stephanie König.
Mario Testa
Gemeindeschreiber Peter Alder hat das Büro, in dem er 20 Jahre lang gearbeitet hat, bereits seiner Nachfolgerin Stephanie König übergeben. (Bild: Mario Testa)

Gemeindeschreiber Peter Alder hat das Büro, in dem er 20 Jahre lang gearbeitet hat, bereits seiner Nachfolgerin Stephanie König übergeben. (Bild: Mario Testa)

BIRWINKEN. Sein Büro mit den rosa Lamellen an den Fenstern und dem rosa Teppich hat Peter Alder geräumt. Seit ein paar Tagen ist der grosse Raum nun das Refugium von Stephanie König, der Nachfolgerin des langjährigen Birwinker Gemeindeschreibers. «Wir haben ein Zeit lang noch zusammen hier im Büro gearbeitet, jetzt hab ich mich für die letzten Tage in ein kleineres Zimmer zurückgezogen», sagt Peter Alder. Ende Monat geht er in Pension, nachdem er 32 Jahre lang die Schaltzentrale in der Verwaltung von Birwinken war – elf Jahre als Schreiber der Munizipalgemeinde und seit der Gründung vor 21 Jahren als Gemeindeschreiber der Politischen Gemeinde Birwinken.

Dienender Typ im Hintergrund

«Ich bin immer gern zur Arbeit gegangen. Mich hat es fasziniert, die Gemeindepolitik an vorderster Front mitzuerleben aber doch unbeteiligt zu sein», sagt Alder. Er sei eher der dienende Typ, einer der Grundlagen zusammenträgt und schreibt, anstatt vorne hin zu stehen und Entscheide zu fällen. «Meine Arbeit entspricht meinem Naturell, ich fühle mich wohl in dieser Position.» Als grosses Glück bezeichnet Alder den Umstand, dass er trotz seiner sehr langen Amtszeit nur zwei Chefwechsel hatte. Den ersten vom Leiter der Munizipalgemeinde zu Gemeindeammann Hansjörg Huber nach Gründung der Politischen Gemeinde und den zweiten vor einem Jahr, als Peter Stern Gemeindepräsident wurde.

Wenn Peter Alder Ende Juni in den Ruhestand geht, hat er fast nur ruhige Zeiten erlebt in der Gemeinde. «Wir hatten eigentlich nie Skandale oder Skandälchen. Es ist alles in ruhigen Bahnen verlaufen.» Das grösste Fest sei das Zehn-Jahr-Jubiläum der Politischen Gemeinde im Jahr 2005 gewesen. So richtig geeint seien die fünf Ortsgemeinden Mattwil, Birwinken, Andwil, Happerswil-Buch und Klarsreuti seit dem Zusammenschluss aber noch nicht. «Der Dörfligeist ist schon noch vorherrschend. Es war zwar Ziel jeder Amtsperiode, die Leute zusammenzuführen, aber befehlen kann man das natürlich nicht.»

Vom Füller zum Computer

Gewandelt hat sich in den 32 Jahren seiner Tätigkeit der Arbeitsplatz von Peter Alder. «Anfangs hatte ich eine elektronische Schreibmaschine mit kleinem Speicher, dann eine mit Bildschirm und Diskettenlaufwerk. Erst 1989 haben wir auf EDV umgestellt.» Auch handschriftlich habe er vieles erledigt, als er noch das Zivilstandsamt führen durfte. «Die Einträge ins Bürgerregister waren immer ein schöner Ausgleich und es gab viel zu tun. Es leben viele Birwinker Bürger weit in der ganzen Welt verstreut.»

Seit seiner Anstellung in der Gemeinde wohnt Peter Alder in Mattwil, einen Steinwurf von der Gemeindekanzlei entfernt. «Ich sehe es als Privileg, an dem Ort zu leben, wo man auch arbeitet. Jeden Tag pendeln und im Stau stehen wäre nicht mein Ding», sagt der 64-Jährige. «Natürlich gab es damals auch einen gewissen Druck, dass der Gemeindeschreiber dort seine Steuern bezahlt, wo er den Lohn bezieht», sagt er mit einem Lachen. An Birwinken schätzt Alder den ländlichen Flair abseits der Verkehrsströme und trotzdem die Nähe zu den Zentren Weinfelden, Kreuzlingen und Amriswil.

Ein grosses Hintergrundwissen

Auf dem Tisch in seinem kleinen Büro liegen noch ein paar wenige Schlüssel, Karten und Ordner. «Diese werde ich noch an Stephanie König übergeben in der nächsten Woche.» Angst vor der Zeit, in der sie dann auf sich allein gestellt ist, hat Stephanie König nicht. «Respekt, aber keine Angst. Ich kenne die Abläufe. Aber Peter Alder hat natürlich ein riesiges Hintergrundwissen», sagt König. Sie wisse aber, wo sie künftig die Informationen suchen muss. Aufgenommen worden sei sie gut von der Bevölkerung. «Klar gab es Skepsis, weil ich mit knapp 26 Jahren doch sehr jung bin als Gemeindeschreiberin, aber die Reaktionen waren meist positiv.»

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