Aach-Sänger fahren zur Verzasca

Aus allen Himmelsrichtungen treffen sie ein auf dem Marktplatz in Amriswil – die 22 Aach-Sänger. Unser Car fährt vor. Es geht los – für drei Tage ins Tessin. Reiseleiter Heinz Gisler gibt kurze Erklärungen und freut sich mit uns auf schöne Erlebnisse.

Drucken
Teilen

Aus allen Himmelsrichtungen treffen sie ein auf dem Marktplatz in Amriswil – die 22 Aach-Sänger. Unser Car fährt vor. Es geht los – für drei Tage ins Tessin. Reiseleiter Heinz Gisler gibt kurze Erklärungen und freut sich mit uns auf schöne Erlebnisse. Noch begleitet uns vom Himmel leichter Regen. In Flüelen gibt's den ersten Kaffee-Halt. Wir geniessen das «Beinestrecken» und staunen über die grosse Lärmbelastung durch Bahn und Auto.

Bald geht's weiter Richtung Wassen – durch dichten Nebel vorbei an Teufelsstein, durch die Schöllenen zum Gotthard-Hospiz. Ein kurzer Halt gibt Gelegenheit, die Bergwelt zu geniessen. Leicht aufgehellter Himmel begleitet uns auf der Weiterfahrt Richtung Airolo–Biasca.

Dankeschön per Lied

Mitten in Locarno geniessen wir das Mittagessen (Spaghetti milanese) und als Nachtisch den ersten Grappa. Frisch gestärkt beziehen wir unsere Zimmer und bereiten uns für den ersten Ausflug vor.

Mit Standseil- und Kabinenbahn geht's in wenigen Minuten hinauf nach Orselina und von dort nach Cardada. Was die meisten von uns problemlos meistern, scheint nicht für jeden ganz einfach zu sein: «Das Fahrkarten-Einschieben will gelernt sein und wer es nicht kann, muss über die Schranke steigen!» Auf der Aussichtsplattform von Locarnos Hausberg geniessen wir – trotz etwas eingeschränkter Aussicht und einzelnen Freudentränen von Petrus – die herrliche Aussicht auf Lago Maggiore, Brissago-Insel, Centovalli und Maggia-Tal.

Wieder im Hotel machen wir uns frisch für einen weiteren Höhepunkt dieses Tages. Um 17 Uhr fahren wir nach Ponte Brolla. Wir bestaunen die sehr eindrückliche Maggia-Schlucht, bevor wir uns im nahegelegenen Garten des Restaurants Centovalli auf ein feines Nachtessen freuen. Den zahlreichen Gästen und der Wirtin zeigen wir unsere Freude und Zufriedenheit mit ein paar Liedern aus unserem Repertoire. Zurück in Locarno scheint es noch zu früh zur Nachtruhe.

In die Tiefe stürzen

Am Samstag um 8 Uhr ist Frühstück angesagt. Blauer Himmel, wolkenlos! Wir starten mit dem Car ins Verzascatal. In Brione Piei schnallen wir den Rucksack und gute Schuhe und wandern auf schönem Weg der Verzasca entlang Richtung Sonogno. Bei bester Wanderlaune und idealer Temperatur – über Stock und Stein und «Gangelisteg» – erreichen wir nach gut zwei Stunden Sonogno. Im Grotto Redorta warten bereits die «Nichtwanderer» auf uns.

Nach kleinem Dorfrundgang ging's per Car langsam zurück – bis zur weltbekannten Lavertezzo-Brücke. Eindrücklich die Brücke, ebenso eindrücklich die felsige Flusslandschaft mit dem sehr klaren Wasser. Nächster Halt: Verzasca-Staumauer. Zu unserer Freude ist das Bungee-Jumping voll in Betrieb. In ca. 10-Minuten-Abständen stürzen sich Jüngling um Jüngling in die tiefe Schlucht und lassen sich mit der Winde anschliessend wieder raufziehen – ein paar Sekunden Adrenalin für 250 Franken! Schön, dies einmal aus nächster Nähe mitzuerleben.

Wieder im Hotel zurück und frisch gestylt, wartet im Restaurant La Tegola, Muralto, bereits das Nachtessen auf uns. Während unsere Fussball-Interessierten nebenan noch das Spiel Schweiz – Griechenland am Fernsehen mitverfolgen (2:0), verschieben sich die ersten bereits Richtung «Piazza Grande». Heute abend machen wir es richtig und formieren uns zum Chor.

«Reise-Dirigent» Göhring legt sich mächtig ins Zeug und zwingt uns mit überraschenden Neuigkeiten zu absoluter Aufmerksamkeit.

«So ein Tag»

Bereits um 7 Uhr gibt's am Sonntag Zmorge. Das Wetter zeigt sich erneut von der allerbesten Seite, was sich unweigerlich auf unsere Stimmung überträgt. Mit dem Centovalli-Bähnli fahren wir über die tiefe Schlucht bis Verdasio und von dort mit der Gondel zum Monte Comino. Knapp die Hälfte wählt zu Fuss den Abstieg nach Intragna.

Die weniger Geländegängigen geniessen die schöne Umgebung und die gemütliche Sonntagmorgen-Stimmung im Grotto. Per Gondel und Bähnli geht's zurück nach Intragna. Wir besichtigen die uralte Kirche mit dem höchsten Kirchturm des Tessins (65 m) und das Dorf mit den alten Steinhäusern und engen Gässlein. Mit dem Lied «So ein Tag» verabschieden wir uns vom herzlichen Rustico und damit auch langsam vom Tessin.

Hans Baumann

Aktuelle Nachrichten