750 Personen wehren sich gegen Antennen

KREUZLINGEN. In der Bevölkerung brodelt es wegen des erneut grassierenden Antennen-Wildwuchses in Kreuzlingen. Das Unverständnis über die Rücksichtslosigkeit der Mobilfunkbetreiber und die Passivität der Kommunalpolitik ist gross und erzeugt neben Kopfschütteln auch Wut.

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KREUZLINGEN. In der Bevölkerung brodelt es wegen des erneut grassierenden Antennen-Wildwuchses in Kreuzlingen. Das Unverständnis über die Rücksichtslosigkeit der Mobilfunkbetreiber und die Passivität der Kommunalpolitik ist gross und erzeugt neben Kopfschütteln auch Wut. Das teilt der Verein strahlungsfreies Kreuzlingen mit. In den Sommerferien konnten die Anwohner rund um den Grünen Hof über 500 Unterschriften beim Stadtrat für eine Sammeleinsprache gegen den Salt-Antennenmast abgeben. «Noch nie kamen in Kreuzlingen so viele Unterschriften gegen eine einzelne Anlage zusammen», schreibt Präsident Stefan Zbornik. «Beinahe verpasst wurde die Einsprachefrist für die Leistungserhöhung der Salt-Antenne auf dem Coop Ziil-Center – einer Immobilie von Kantonsrat Hermann Hess.» Dennoch hätten sich innerhalb einer Woche über 250 Betroffene an einer Sammeleinsprache beteiligt.

Grenzwerte schützen nicht

Trotz gegenteiliger Behauptungen von Industrie und Behörden schützen die Grenzwerte für Mobilfunkantennen laut Zbornik nachweislich nicht vor biologischen Wirkungen der Funkstrahlung. «Es ist deshalb wichtig, die Strahlenbelastung der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.» Inzwischen stünden als Alternative zu den Antennenmasten flexiblere Technologien und Konzepte zur Verfügung, die weniger Risiken bergen. Als Beispiel nennt er das Hybrid-Konzept, das wenige grosse Antennenmasten ausserhalb des Siedlungsgebietes benötigt und innerhalb nur noch Kleinfunkzellen vorsieht.

«Mit einem entsprechenden Antennenreglement könnte unsere Kommunalpolitik die Mobilfunkanbieter gesetzlich zur Umsetzung dieses Hybridkonzeptes und anderer Schutzmassnahmen verpflichten», findet Zbornik. «Durch gepflegte Passivität hält man seit Jahren aber lieber am Missstand fest und fördert damit den Antennenwildwuchs.» (red.)