60 zusätzliche Pflegebetten

ARBON. Weil der Anteil der älteren Bevölkerung grösser wird, müssen neue Pflegeplätze bereitgestellt werden. 2015 will die Sonnhalden-Trägerschaft einen Erweiterungsbau beziehen. Die Genossenschafter bewilligen den Kredit für ein Vorprojekt.

Max Eichenberger
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Visualisierung des Neubauprojektes von Allemann Bauer Eigenmann Architekten aus Blickrichtung Friedhofweg. Rechts Teil der Wohnsiedlung Sonnenrain. (Bild: pd)

Visualisierung des Neubauprojektes von Allemann Bauer Eigenmann Architekten aus Blickrichtung Friedhofweg. Rechts Teil der Wohnsiedlung Sonnenrain. (Bild: pd)

Schon einmal, vor sieben Jahren, ist das Pflegeheim Sonnhalden mit einem Annexbau vergrössert worden. 2015 soll nun ein Erweiterungsbau mit zwei weiteren Pflegeabteilungen und einer Demenzstation bezogen werden können – insgesamt zusätzlichen 60 Betten. Den Kredit von 545 000 Franken für das Vorprojekt haben die Genossenschafter am Mittwochabend bewilligt.

Bedarf nach mehr Pflegeplätzen

Die ersten Weichen waren vor zweieinhalb Jahren gestellt worden. Weil der Anteil der älteren Bevölkerung stetig wächst, zeigt sich ein klarer Bedarf nach zusätzlichen Pflegeplätzen. Das Alterskonzept und ein Gutachten prognostizierten Zahlen, welche die Betriebskommission zum Handeln veranlassten. Insbesondere gibt es auch immer mehr Demenzkranke. Dem trägt das Ausbaukonzept Rechnung, indem eine Demenzstation mit 20 Plätzen realisiert wird.

Zudem werden die 28 Betten übernommen, welche durch die Aufhebung des Evangelischen Alters- und Pflegeheims an der Romanshornerstrasse aufgehoben werden. Mit deren Trägerschaft, der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon, hat die Genossenschaft eine vertragliche Vereinbarung geschlossen. Übernommen mit dem Betriebsstart von «Sonnhalden plus» wird das Personal von der Romanshornerstrasse.

Erfüllt baurechtliche Vorgaben

Im Mai ist das Siegerprojekt gekürt und in der Zwischenzeit aus betrieblicher Sicht überarbeitet und optimiert worden. Damit das Bauvorhaben nicht in eine «Ehrenrunde» steuert – das frühere Ausbauprojekt ist durch ein längeres Einspracheverfahren verzögert worden –, hat die Genossenschaft Sonnhalden eine baurechtliche Vorprüfung vornehmen lassen. «Von der Stadt haben wir grundsätzlich ein positives Feedback bekommen. <Sonnhalden plus> entspricht den baurechtlichen Vorgaben», sagt Präsident Hansjörg Binder.

Parkierung noch ungelöst

Und der Kanton habe diese Woche die provisorische Bettenbewilligung gesprochen. Der Regierungsrat würde diese nach dem Baubeschluss bestätigen. Allerdings gibt es wegen der Schutzraumpflicht noch offene Fragen, die mit dem Kanton zu klären seien, räumte Binder ein: «Klar ist, wir können Vorschriften nicht auf den Kopf stellen», anderseits müsse auch die Sinnfrage angesprochen werden.

Noch ungelöst ist ausserdem die Parkierungsfrage: «Mit der Stadt werden wir dies ganzheitlich mit Einbezug des Friedhofes und der näheren Umgebung anschauen und lösen müssen», so Binder: «Etwas Gefreutes kann es nicht geben – höchstens eine Lösung.» Dies liegt am knappen Platz an der Rebenstrasse einerseits. Und die südliche Wiese wird mit dem gefälligen Neubau, dessen Hauptmerkmal der lichte Innenhof ist, ziemlich überstellt.

Grob 18 Millionen

Gemäss einer Plankostenrechnung auf der Basis von 300 000 Franken pro Bett belaufen sich die Investitionskosten grob auf 18 Millionen Franken. Die genauen Kosten werden im Zuge der weiteren Projektierung ermittelt. Laut Binder dürften die Trägergemeinden – Arbon, Roggwil und Berg – Investitionsbeiträge leisten, die einen guten Viertel der Kosten abdecken. Steinach macht bei «Sonnhalden plus» nicht mit und fokussiert sich auf den eigenen Gartenhof. Die Genossenschaft Sonnhalden mit eigenen Mitteln und die Banken werden die Hauptfinanzierung übernehmen. Die Umgebungsarbeiten sind in den 18 Millionen eingerechnet.

Küche und Empfang anpassen

Für den notwendigen Kapazitätsausbau und die Modernisierung der Küche sowie Anpassungen beim Empfang und in der Cafeteria (Binder: «Wir haben künftig mehr Pensionäre im Haus und mehr Gäste») wird die Genossenschaft ausserhalb des Projektkredits Rückstellungen auflösen.

Der Bauplatz aus der Vogelperspektive: Wiese südlich des Pflegeheims. (Bild: Manuel Nagel)

Der Bauplatz aus der Vogelperspektive: Wiese südlich des Pflegeheims. (Bild: Manuel Nagel)

Das Modell des Erweiterungsbaus «Sonnhalden plus» mit Lichtinnenhof. (Bild: Max Eichenberger)

Das Modell des Erweiterungsbaus «Sonnhalden plus» mit Lichtinnenhof. (Bild: Max Eichenberger)

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